Geschickte der Jesuiten. zot,
unglücklichen Krieg mit Aufklärung, Vernunft und Philoso-phie, daß sie durch die beständigen Niederlagen, die sie erlei-den, ihre Schwache nur immer von Tage zu Tage auf einemerkbarere Weise bloß geben.
Sou einer solchen Seite betrachtet, scheinen die Jesui-ten uns so gefährlich nicht mehr zu seyn. Wahrend sie dieReligiousduldung als den gröbsten Jndifferentismus und alseine Geburt der Hölle verschreien, verbreitet sich ihr Einflußimmer weiter; und so hartnäckig und unerschrocken sie auchPhilosophie und Aufklärung bestürmen, so wenig mögen siemehr ihre Vorschütte hindern. Wennauch gleich die Anzahl derAufklärer und Philosophen bey weitem geringer, als die derJesuiten und ihrer Anhänger ist, so werden doch diese Weni-gen 'einen rühmlichen Sieg behaupten. Denn, um dazu zugelangen, braucht es, was die Jesuiten kaum glauben wer-den, weder geheime Verbindungen, noch Unionen von Zwei-und Zwanzigern, noch Komplotte von Millionen Freymau-rern, Jllnminaten, Janfenisten, oder von Königs- undReligivnsfeinden. Die Ignoranz der Völker hat so gut ihrevon der Vorsehung bestimmte Grenzen, als der Despotis-mus ihrer Beherrscher. Beyde müssen, wenn sie einmal denhöchsten Grad erreicht haben, nach unvermeidlichen Gesetzenein Ende nehmen. Ein solcher Wechsel der Dinge ist einedurch die Geschichte aller Jahrhunderte erwiesene nothwen-dige Folge der Weltregicrung, und alle Gewalt ist nicht ver-mögend, diesen Wechsel zu verhindern.
Mögen also unsere Jesuiten immerhin über einbrechendeFinsterniß klagen; sie klagen, weil sie das Licht scheuen.Mögen sie immerhin die Monarchen mit kläglichen Warnun-gen vor Gefahren der neuen Philosophie bestürmen; sie war-nen, weil Despotismus und Ignoranz das Gebäude ihresOrdens befestigte. Am Ende wird doch daö Licht über die Fin-sterniß siegen, und Misere Regenten werden sich von der sowohlthätigen Wahrheit überzeugen, daß ihre Thronen vonder Philosophie mit festerer Treue als von der GesellschaftJesu bewacht werden, und daß es rühmlicher und beseligen-