Geschichte der Jesuiten. zu
Theilen, der Welt eine sehr geheime Korrespondenz unter denzerstreuten höher» Professen geführt werde ").
Das Daseyn dieser im Stillen wirkenden Jesuiten kannalso nicht wohl bezweifelt werden. Selbst schon vor der Auf-hebung ihres Ordens entdeckte mau mehrere Spuren dieserheimlicheriRcgicrung. Uni so mehr also kann man ihre Fortdaueru. ihre jetzige Existenz als eine erwiesene Thatsache voraussetzen.Aber nicht so leicht ist es, zu entdecken, worin eigentlich heutzu Tage ihre Unternehmungen bestehen. Nicht ohne Grundsind sie vor einiger Zeit beschuldigt worden, an der Unter-drückung der protestantischen Kirche gearbeitet zu habenDurch 'öffentliche Angriffe auf dieselbe konnte ihnen ein sol-ches Vorhaben nicht gelingen; daher sie sich den Zutritt undEinfluß auf geheime Ordcnsverbinduugcn zu verschaffen such-ten, um mittelst derselben Anfangs einen feinen, und hinter-her einen höchst groben Mysticismus zu verbreiten. Als un-sichtbare Obern solcher geheimen Orden wirkten sie weit undfürchterlich auf unser Zeitalter.
Es würde indessen ein beynahe unausführbares Unter-nehmen seyn, den. geheimen Gang der in den Ordenshaup-tcm vereinigten Jcsuitcnpolitik durch hinlänglich erwieseneThatsachen zu finden. Wenn auch noch wahrend der Exi-stenz dieser Gesellschaft die höhere Regierung derselben in ein
war, und mit dem General Ricci in der EngelSburg ge-fangen saß. Im Jahr 179- lebte er »och in Rom. S- vor,läufige Darstellung des heutigen IesuitiSmuS,der Rvsenkreuzcrey, Pro.selytenmachexev und Re,ligi 0 nsvcrcinigung. S- i«o.
*) In München führte der Erjesuite Wölfinger die Haupt-korrespondenz, die ihm jährlich an Postporkv über sooft, zu stehenkam. Um das Aufsehen zu verhindern, das eine solche Korre-spondenz verursachen könnte, ließ er die an ihn laufende» Briefeunter der Addresse eines weltlichen HvfmannS der Post aufaeben.Der Umstand, daß in de» Ocstreichischen Staaten an allenOrten, wo Postämter sind, Lxjcsuitcn, und an Grenzpoststa,tionen sehr bejahrte Exjesuitcn sich aufhalten, verdiente aller,diugS eine besondere Aufmerksamkeit.
*') S- Berliner Monatsschrift.