3>4 Sechzehntes Buch.
Drängen, Despotismus und Ignoranz wieder herrschend zumachen, und sich unter dem Schatten dieser beyden Ungeheuerwieder zu erholen suchte.
Ein solches Gemählde stellt uns die Geschichte eines Or-dcnö vor Augen, der sich stolz auf achtzig päpstliche Bullen,auf neunzehn Päpste und auf das Trienterkviizilinm beruft,„ichk so wohl in der Absicht, um seine rechtskräftige Existenz,als vielmehr um seine Unschuld, seine Heiligkeit und seine un-vergleichlichen Verdienste um Kirche und Staat zu erweisen.Allein wenn er noch so viele mehrere Bulle», Päpste und Kon-zilien zu seinem Vortheile anzuführen hätte, so würde dochdieses auS der unpartheyischen Geschichte zusammengestellteGemählde um nichts verschönert werden. Und sollten je Re-genten im Ernste an eine Wiederherstellung der Jesuiten den-ken, und die-Vvlker im Ernste sie verlangen können, so wür-den beyde nicht nur nichts gewinnen, sondern unbeschreiblichviel verlieren. Vergebens mögen sich jene auf die Sicherheitihrer Thronen, nud diese auf die Beförderung ihres politischenund religiösen Wohlstandes berufen. Die Geschichte beweisetihnen das Gegentheil, auch wenn sie, was von vorurtheillosc»und verständigen Menschen nicht leicht zu vermuthen ist, allesals Dichtung und falsche Darstellung verwerfen, und nur bloßdasjenige als wirklich erwiesene Thatsache ansehen sollten, wasaus den eigenen Konstituzivnshüchcrn der Gesellschaft Jesumit ihren eigenen Worten sich erweisen läßt; nämlich die of-fenbare Verwerflichkeit ihres Instituts.
Man warnt euch, Regenten, vor den verderbliche» Fol-gen der Aufklärung und Philosophie. Man schildert sie euchmit den häßlichsten Farben als Feindinnen eurer Macht undder Gesetze. Aber wie! solltet ihr als die Aufgeklärtesten euresVolks, euch nicht endlich selbst überzeugen, daß Aufklärungbev weitem das nicht sey, was eure Schmeichler Aufklärungnennen? Glaubt es, daß eS diesen Tartüfen völlig gleichgül-tig wäre, wenn die ganze Welt durch Schandthaten sich auf-reiben, und wenn aller Schatten von Tugend, verschwindenwürde. Es ist ihnen weder um Ehrbarkeit, noch um Tugend,