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1 (1833) Einfache Mittel / übersetzt und erläutert von Friedr. Phil. Dulk
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Ammonium eardonicum

der niedern Temperatur der Vorlage sich verdichten, den Wärmestoff ab-setzen, und als concretes kohlensaures Ammoniak erscheinen. So lange alsodiese zwar nicht hohe, aber doch von der äußern Luft beträchtlich verschiedeneTemperatur der Vorlage stattfindet, ist die Arbeit noch nicht beendigt, undsie ist erst dann als beendigt anzusehen, wenn beim starken Glühen derCapelle oder des untern Theils der irdenen Retorte im Reverberirfeuer, dieTemperatur der Vorlage nicht beträchtlich erhöht wird. Doch darf mandiesen Feuersgrad nicht eher anwenden, als bis man aus der Mengedes schon übergegangenen Salzes nur noch auf eine kleine rückständigeQuantität schließen kann, weil sonst durch die schnelle und häufigeEntwickelung der Dämpfe die Gefäße zersprengt werden können. Manfindet dieß schon bei allmäliger Verstärkung des Feuers, wobei die Tem-peratur der Vorlage zugleich stufenweise erhöht wird, wenn die Arbeitnoch nicht beendigt ist; in diesem Falle muß die Feuerung sogleich wiedergemäßigt werden. Um sich zu überzeugen, ob wahrend der Arbeit dasLutum völlig luftdicht ist, kann man eine mit concentrirter Salzsäurebefeuchtete Glasröhre oder irgend einen andern damit befeuchteten Kör-per in die Nähe des Lutums bringen, wo dann, wenn wirklich ein klei-ner Theil des dnnstfvrmigeu Ammoniaks durch die Fugen dringt, sicht-bare weiße Wolken entstehen. Im Anfange ist die Oeffnung bisweilenkaum bemerkbar, nach und nach erweitert sie sich aber, wo dann mehrAmmoniak entweicht; in diesem Falle muß das Feuer gemindert werden,ehe man an ein genaues Verschließen der Oeffnung denkt. Nach beendigterArbeit wird die Geräthschaft auseinander genommen, das kohlensaureAmmoniak von den Seitenwänden der Vorlage abgelöst und in fest ver-schlossenen Gläsern aufbewahrt- In der Retorte findet sich salzsaure Kalkerde.

In England wird das kohlensaure Ammoniak aus einer längliche»Sublimirpfaune übergetrieben, welche unbedeckt auer über dem Roste liegt,und bloß zur Seite eine Oeffnung hat, woran eine Röhre tritt, diezunächst der Pfanne aus Eisen und nachher aus Blei besteht; das an-dere Ende der Röhre geht in einen Necipienten von Blei, dessen oberesEnde von einem festen lutirten Deckel, in der Art eines Schachleldeckels,bedeckt ist. Diese Sublimation in einen bleiernen Necipienten ist dieUrsache von dem Bleigehalte, welchen man an dem englischen kohlensau-ren Ammoniak bemerkt bat (siehe hierüber das königl. Ministen«!»script in den Bert. Jahrb. XXstl. S. 348., ferner Taschenbuch auf1820. S. 287.), welcher sich als ein grauer lleberzug oder als graulicheFlecken zu erkennen giebt, selten in das Salz selbst hineinbringt, unddaher schon durch vorsichtiges Abschaben großentheils entfernt werden kann.

Bei der gleichzeitigen Erhitzung des salzsaure» Ammoniaks und der kob-lmsauren Äalkerde in den Sublimirgefäßen geht ein gegenseitiger Austauschder Bestandtheile vor sich: das neue, aus zwei sehr flüchtigen Stoffen — bewAmmoniak und der Kohlensäure — gebildete kohlensaure Ammoniak wirdsublimirt, wogegen der Kalk mit der Salzsäure verbunden als salzsaure«