7 2 ^in^lurn
auch in starker und fortgesetzter Gabe den Menschen schädlich werden, daherz. B. die damit bereiteten Liqucurs, als Persico, die gefährlichsten sind.
Vögel, und nach bestätigten Wahrnehmungen auch Ratten undMäuse, werden durch fein zerschnittene und mit Mehl bestäubte bittereMandeln sicher und schnell getödtet.
In der Pharmacie werden sie hauptsächlich gebraucht zur Bereitungdes ätherischen Oels und der destillirten Wässer.
Krafknehl.
Verschiedene angebaute Arten des Weizens.
Das Kraftmehl, Stärkemehl, war schon den Griechen bekannt; essoll auf der Insel Chivs entdeckt worden seyn.
Es ist ein Satzmehl, welches in vielen Pflanzen, vorzüglich in denSaamen der Gräser (der Getreidearten), in den Kartoffeln, in den Wur-zeln der Zeitlose, der Bryonie, der Salep, überhaupt in den weißen Knol-len und Wurzeln, im Stamme vieler Palmen u. s. w. vorkommt. Dasaus den Saamen der Getreidearten, und vorzüglich des Weizens, ge-schiedene ist von allen das reinste, und kann zum Vorbilde dienen, um dieallgemeinen Eigenschaften dieser Art von Pflanzenproducten festzustellen.Die Stärke liegt in den Höhlungen der Pflanzenzellen in Gestalt kleiner,weißer, glänzender Körner, die jedoch unter dem Mikroskope keine Krp-stallterturzeigen. Die von Raspail (Buchn. Repert. XXVIll. 1828.S. 52 .) gefundenen Resultate über die Beschaffenheit dieser Körnchen sindvon Caventou (Trommsd. N. I. Xllk. 2. S. 8 g.) und Link (Jahrb.für Wissenschaft!. Kritik. Berlin. Juni 1827. S. 851.) widerlegt worden. DieKörnchen der Kartoffelstärke sind etwas größer als die von Weizenstärke.
Um es im Kleinen darzustellen, vermische man Weizenmehl mitWasser, mache einen festen Teig daraus, und knete diesen unter einerlaufenden Wasserröhre, und über einem großen mit einem Haarsiebebedeckten Gefäße. Auf diese Art wird das pulverartige Stärkemehl durchdas Wasser weggespühlt, und läuft mit diesem durch das Haarsieb, wäh-rend der Kleber, ein anderer Bestandtheil des Mehls, der im feuchtenZustande eine große Zähigkeit besitzt, in der Hand zurückbleibt. Manläßt das Auswascbwaffer ruhig stehen, gießt die überstehende Flüssigkeitab, wäscht den Niederschlag und läßt ihn trocknen.
Im Großen wird das Kraftmehl in Fabriken aus den Abfällen undGraupen, aus dem schadhaften Weizen, häufig auch aus der Gerste durchfolgendes Verfahren gewonnen. Die Gerste wird gröblich gemahlen und vonden Kleien geschieden, hierauf mit Wasser vermischt, in ein Faß gethan,und bei einer Temperatur von 16—20° R. hingestellt, damit das Gemengein Gährung gerathe. Nach 14-20 Tagen wird das Ganze aufeinDrath-sieb gegossen, das Wasser läuft mit dem Stärkemehle, etwas Kleien und