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1 (1833) Einfache Mittel / übersetzt und erläutert von Friedr. Phil. Dulk
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LoIu8 Trinen»

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Der weiße Bolus kommt sehr häufig vor, und ist desto besser, je wei-ßer und reiner er ist. Cr besteht aus Thonerde, Kalkerde, Kieselerde, undenthält auch fast immer etwas Eisenoxyd. Alle Volusarten haben die Thon-erde zur Basis, welche bekanntlich eine von den auf der Erde am meistenverbreiteten Substanzen ist, und die Eigenschaft bat, das Wasser stark an-zuziehen, und nur erst bei den heftigsten Feuersgraden nach und nach wiederfahren zu lassen, wobei sie stark zusammengeht. Sie eignet sich daher nichtnur, im feuchten Zustande alle Formen anzunehmen, und nach dem Bren-nen Ziegel, irdene, Fayence-und Pvrcellangeschirre darzustellen, sondernist auch wegen der Fähigkeit, die Feuchtigkeit zurückzuhalten, für den Acker-bau von der größten Wichtigkeit, und bildet in der Verbindung mit demkohlensauren Kalk als Mergel ein bekanntes Düngungsmittel.

In der Medicin wird der Bolus nicht mehr angewendet; früher wurdeer als austrocknendes Mittel, zum Bestreuen wunder Stellen bei kleinenKindern, gebraucht. Mit vielem Nutzen aber wird er als Lutum angewen-det, besonders zum Ausstreichen der Fugen und zum Verkleben solcher De-stillationsgefäße, in welchen Salzsäure, Salpetersäure, Essigsäure in Däm-pfen übergetrieben werden sollen, zu welchem Zwecke man ihn mit etwasseinem Sande verseht, mit Wasser zu einem dünnen Brei anrührt, unddamit Leinwandstreifen bestreicht, welche man um die Fugen des Destillir-gesäßes legt. Kastn er empfiehlt folgende Weise: zuerst wird die Fugemit dem zum steifen Breie mit Wasser angerührten weißen Bolus hinreichenddick ausgestrichen, und der Lufttrockniß überlassen, die man auch durch künst-liche Wärme beschleunigen kann. Hierauf, nachdem dieser Kitt vollkommengetrocknet, überpinselt man seine gereinigte Oberfläche mit gereinigtemLeinöl oder einem andern austrocknenden Oele so lange, bis kein Oel mehreingesogen wird, und nun sind die Fugen so dicht geschlossen, daß auchselbst sehr heißes Salzsäuregas, salpetersaurer Dampf u. s. w. nicht hin-durch geht.

Ueberzieht man Glaskolben, Retorten rc. mit wäßrigem Thonbrei undbestäubt diesen dann mit Sand, oder setzt man noch zweckmäßiger vor derBestäubung dem Thon etwas frischgebrannten Kalk zu, so erhält man einensehr dauerhaften Beschlag, der gegen das Zerreißen der Gefäße im offnenKohlensauer sehr gut schützt.

Läßt man den weißen Bolus in Wasser zergehen, so setzt sich der einge-mengte grobe Sand zu Boden; wird dann die Masse in kleine scheibenför-mige oder walzenförmige und flache Kuchen geformt, und mit einem Stem-pel bezeichnet, so erhält sie den Namen weiße Siegelerde (Ura rigillsiLslbs), die früher noch besonders in der Medicin Anwendung fand.

*Lo1u8 Armenischer Bolus.

Ein Mineral, nicht nur in Armenien, sondern auch in Deutsch-land u. s. rv. vorkommend.

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