6aeao
190
Hieobroms Lscso Tinn. Wahrer Cacao.
Abbild. Düffeld. Samml. vffic. Pflnz. Lief. IX. Taf. 1 .
Hayne Arzn. Gew. Bd. IX. Taf. 35 .
8z-rt. rexusl. LI. XVIII. Orck. 1 . I^ol^sclelpliis ?ent->ndris.
Orck. nsiural. lVlalvLLese Iui5. gen. L^ttnerisoese ki. ürown.
— H>6. proclr.
Dieser merkwürdige Baum kommt wildwachsend in Meriko und andernGegenden Südamerikas vor. Sein Anbau hat sich aber auf die Antillenund über andere Gegenden des amerikanischen Festlandes verbreitet.
Der Cacaobaum wird 12 bis 20 Fuß hoch. Der Stamm, dessen Holzzart und leicht ist, theilt sich meine Menge schlanker, langer Aeste, anfdenen die abwechselnden, ganzrandigen, kurzgestielten, verkehrt-eiförmigen,zugespitzten, glänzenden und kahlen Blätter stehen, deren jüngere rosenroth,die ältern aus der obern Fläche dunkelgrün und glänzend sind. Die Blü-then sind röthlich, an dünnen, zu 2— 4 in kleine Büschel zusammenstehen-den Stielen getragen. Einige dieser Blüthenbüschel entstehen an dem Stam-me und den großen Aesten, und bloß hier sind die Blüthen fruchtbar, da-gegen alle an den jungen Aesten stehende keine Früchte tragen. Die einzel-nen Blumen bestehen aus einem sünfblättrigen, abfallenden, rosenrotheaKelch, eben so viel citrongelben Blumenblättern, deren am Grmlde kahn-fvrmig verbreiteter Nagel (vnguis) gegen die Spitze zu fadenförmig wird,und eine umgekehrt eiförmige zugespitzte Platte (üsmin») trägt; die ti>Staubfäden sind am Grunde in einen Kranz verwachsen, rosenroth; die Sden Blumenblättern gegenüberstehenden tragen fruchtbare Staubbeutel, dieübrigen 5 sind unfruchtbar und dreimal so lang. Die fruchtbaren Staub-beutel sind in der Höhlung der Nagel der Blumenblätter verborgen. Dereiförmige tofurchige Fruchtknoten mit an der Spitze fünfspaltigem Griffelentwickelt sich zu einer eiförmig-länglichen, lofurchigen, kahlen, schmutzig-citrongelben oder rothen (nach der Spielart) gurkenartigen, etwa öAolllangen, fünffächrigen Beere, mit holzig -lederartiger Rinde; in einem wei-ßen, säuerlich-süßen Muße liegen die zahlreichen, quer aneinander ge-drängten Saamen, mit dem Nabelstrange im innern WinkeldesFachesan-geheftet. Die Saamen sind eiförmig-länglich, durch den Druck ver-schiedenkantig, und die äußere Saamenhaut (Veita) ist fest, hart unddick; der Embryo mit getheilten und gefalteten Kotyledonen.
Wenn die Früchte ihre vollkommne Reife erlangt haben, werden sie ge-sammelt und zerbrochen. Das Mark, welches stark anhängt, und seinessüßlich - säuerlichen Geschmackes wegen gegessen wird, wird von den Saamengenau abgesondert; diese werden noch ganz frisch in große Fässer gepackt,mit Steinen beschwert, und bleiben so einige Tage liegen, wobei sie eineArt Währung erleiden, welche theils dazu dient, den Bohnen den bitternund herben Geschmack zu benehmen, theils auch, um das nachherige Aus-keimen zu verhüten. Nach der Gährung breitet man die Bohnen, die jetzteine rothe oder braune Farbe angenommen haben, an einem freien Orte in