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sey, baS wenig Geruch und keinen Geschmack hat, und mit Unrechtden Namen Palmenwachs führe.
Gutes gelbes Wachs hat eine mehr oder weniger hochgelbe Farbe, ei-nen angenehmen honigartigen Geruch, einen schwachen Geschmack, hängtsich beim Kauen nicht an die Zähne an, hat eine etwas zähe Consilien;,ein spec. Gew. von o,Wo und schmilzt bei iär ° F. Es ist in Wasser un-auflöslich. Kalter Alkohol äußert säst keine Wirkung, kochender löst etwadavon auf, beim Erkalten der Auflösung scheidet sich aber der größteLheil aus, und der Ueberrest wird gleichfalls durch einen Zusatz von Wassergefällt. Schwefeläther nimmt im Sieden etwas mehr auf, welches beimErkalten gleichfalls zu Boden fällt. Mit den fetten Oelen, den Fetten desThierreichs und dem Wallrath verbindet es sich in allen Verhältnissen.Durch Natronlauge wird es nur langsam in eine harte Seife verwandelt.Diese ist in heißem natrvnhaltigen Wasser, selbst wenn es Kochsalz enthält,löslich, beim Erkalten trübt sich die Lösung. Mit reinem kalten Wassergewaschen, bildet die Seife mit heißem Wasser eine milchige Flüssigkeit,welche beim Erkalten schleimig, gallertartig gesteht. In Weingeiste, selbstwäßrigem, ist sie leicht löslich, die Lösung erstarrt zu einem vpalisirendengallertartigen Magma, welches weit weniger feste Consistenz hat, als dieaus Talgseife bereitete. Die mit Salzsäure ausgeschiedene, mit Wasser undwäßrigem Weingeiste gereinigte Wachssubstanz hat keine Aehnlichkeit mitder Talgfäure; sie ist glanzlos, weiß, knetbar, zähe wie unverändertes Mi-stes Wachs. Diese von Geiger gemachte Beobachtung, daß nämlich beider Verfettung des Bienenwachses sich nicht, wie bei der Verfettung desTalges, Talgsäure bildet, ist auch von Frommherz bestätigt worden;das Bienenwachs verbindet sich demnach mit den Alkalien, ohne eine che-mische Veränderung zu erleiden. Das Wachs von lVI^ric» «erik-i» aberbildet nach Chevreul durch Saxonification Stearinsäure. Aehammoniakverbindet sich gleichfalls mit dem Wachse zu einer Art Seife, und mit Hülfedesselben läßt sich das Wachs am leichtesten aus den frischen Pflanzentheilm,in welchen es enthalten ist, ausziehen; nach Bestock zeigt es sich aberdadurch etwas verändert.
In der Wärme wird das Wachs völlig flüssig, bei erhöhter Tempera-tur geräth es ins Kochen und verdunstet. Der sich davon erhebende Dampfentzündet sich bei Annäherung eines glühenden Körpers und brennt mitHeller Flamme. Bei der Destillation geht neben kohlensaurem, Kohlenwas-serstoff- und Oelgas, ein aus Wasser, Essigsäure und brenzlichem Sele be-stehendes Destillat über, und ein fettiges Destillat, welches anfangs flüssigist, Wachsöl, dann butterartig, Wachsbutter, und in der Retorte bleibteine schwierig brennende Kohle zurück. Pros. Fromm herz fGeiger's Ma-gazin 1826. Juli. S. 61.) fand in dem brenzlichen Wachsöle, welches meinem kalten Zimmer stand, perlmutterglanzende Blättchen, welche alle cha-rakteristischen Eigenschaften der Talg- oder Stearinsäure hatten. Diese konntenur dadurch in das brenzliche Wachsöl gekommen seyn, daß sie sich zugleich