Liiina
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Wenn man avf die Verwandtschaft und die Uebergänge der verschie-denen Chinarinden in einander nach ihrem chemischen Gehalte Rücksichtnimmt, so möchten sie sich in folgende Stellung bringen lassen:
Lliin» Uusnuco. Lliins tlsr». Llu'n» reg,».
Lliins äs Tox»,Den-LUlns.
Lliin» UusmalierLkin» rutzr».
Ein sehr wichtiges Resultat ist, daß der Vorzug, den man dendünnern und feinern Röhren sonst zu geben gewohnt war, keinen Grundin dem etwa denselben zukommenden größeren Gehalte an wirksamenBestandtheilen hat. Wenn nun auch nicht behauptet werden soll, daßalle arzneilichen Kräfte der Chinarinden in den Alkaloiden liegen, so istes doch durch Erfahrung außer Zweifel gesetzt, daß diejenige arzneilicheKraft, welche den Chinarinden eigenthümlich ist, nämlich ihre fieberver-treibende Kraft, in den Alkaloiden ihren Sitz habe. Ihre Wirksamkeitmuß sich also, wenigstens in dieser Hinsicht, nach dem größeren odergeringeren Gehalte an Alkaloiden richten. Die Lorachina aber, die sichgerade vor allen andern Fieberrinden durch Feinheit der Röhren auszeich-net, ist nebst der Ten-China gerade am ärmsten daran; dagegen gebendie platten breiten Stücke der Ldin» reg,'», die vom Stamme herzurüh-ren scheinen, das meiste schwefelsaure Chinin; eben so gaben die dicken,warzigen, starken Röhren und platten Stücke der Huamaliesrinde mehrCinchonin als die feineren Röhren; ferner waren auch bei der Li>in»tlavs kibro5» die dickeren Stücke reicher an Alkaloid, als die dünnerenRöhren. Nur die LKlns rubr» machte insofern eine Ausnahme, daßdie Röhren sich reicher an Alkaloid zeigten, als die platten Stücke.
Im Allgemeinen sind die dichteren und schwereren Stücke von allen Ar-ten der Chinarinden reicher an Alkaloid als die leichteren; diejenigen, welchevorzüglich aus Splint bestehen, reicher als die mehr holzigen Rinden.
Ueber das Verhalten gegen die Reagentien ist zu bemerken:
1 ) Die Trübung durch den Brechweinstein ist ganz unabhängig von demGehalte an Alkaloid; sie zeigte sich bei der Leu - und bei der Lora - Chinabesonders stark, bei den an Alkaloiden reichen Rinden — kkusnuco undUsß>» — sehr schwach, und fehlte zum Theil gänzlich. Diese Trübunghängt zwar einerseits von dem Gerbestoffe der China ab, aber nicht aus-schließlich, denn Bucholz hat diese Eigenschaft auch an dem Hartharze er-kannt. Daß der Gerbestoff der Chinarinden an dieser Fällung durch denBrechweinstein wesentlichen Antheil habe, erhellet daraus, daß die Chinaar-ten, welche den Brechweinstein stark fällen, auch dieLeimauflvsung mehroder weniger fällen (bis auf die rothe Chimn, und die salzsaure Eisenauf-lösung grün färben und trüben, doch halten beide Reagentien nicht gleichenSchritt, es muß daher auch noch ein anderer Bestandtheil, wie schon be-merkt worden, an der Trübung durch Brechweinstein Antheil haben. DieReaction mit der Leimauflösung hängt offenbar von dem Gerbestoffe derChinarinden ab; wo aber dieser überwiegend ist, da ist der Gehalt an Al-