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1 (1833) Einfache Mittel / übersetzt und erläutert von Friedr. Phil. Dulk
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In den Gärten findet man diese Pflanze auch mit gefüllten und mit weißenBlumen, und die Frühlingszeitlose (Lol-Mii-um v-v-iuni) ist nur eine Varie-tät derselben.

Die Wurzel ist eine eiförmige oder rundliche, etwas zusammengedrückte,an ihrem Grunde mit Wurzelfasern versehene, fleischige, saftige Zwiebel vonder Dicke eines Daumens. Sie ist außerhalb gelblich und mit einer beson-dern, doppelten, äußerlich lederartigen, braunen, innerlich dünnen, blassen,glänzenden Haut umgeben, inwendig ist sie weiß. Ihr Geschmack ist meh-lig, scharfbitterlich, der Geruch widerlich Die Zwiebel, welche die Blu-men und Früchte getragen hat, stirbt jedesIahr ab, und wird durcheilteandere ersetzt, die sich zur Seite bildet, und da diese Verjüngung immerauf derselben Seite vor sich geht, so entfernt sich die Pflanze jedes Jahrum ihre Zwiebeldicke, oder ungefähr um einen Zoll, von ihrem Standorte.Zum mcdicinischen Gebrauche muß also die frische Zwiebel im Anfange desSommers eingesammelt, und die alte welke Zwiebel weggeworfen werden.Sie ist nur im frischen Zustand als ein wirksames Arzneimittel anzusehen,da durch das Trocknen viel von der Schärfe verloren geht. Getrocknet istsie von der Größe einer Kastanie, auf der einen Seite conver mit einerNarbe von dem Stengel, auf der andern der Länge nach ausgehöhlt, gleich-förmig gefurcht, ohne Geruch, aber noch von etwas scharfem Geschmacke.

Hinsichtlich der Jahreszeit, in welcher die Zeitlosenwurzel am kräftig-sten seyn soll, herrscht eine verschiedene Meinung. Viele wollen sie imHerbste ganz geschmack - und kraftlos gefunden haben, und es wurde daherziemlich allgemein die größere Wirksamkeit der Wurzel im Frühjahre ange-nommen. Stoltze (Berl. Jahrb. 1818. S. 167. und 1819. S. 1Z5.)fand gerade im Gegentheil, daß die Anfangs Oktober ausgegrabene Wurzelkräftiger, als die Ende März ausgegrabene war.

Das bei der von St 0 ltze unternommenen Analyse über frische Wurzelabgezogene Wasser war schwach opalisirend, roch stark rettigartig, schmeckteetwas scharf, zeigte aber mit keinem Reagens eine Veränderung, is Unzenfrischer Wurzel, Ende März ausgegraben, von den braunen Häuten befreit,waren zusammengesetzt aus: Wasser 12 Unzen 7 Drachmen 44 Gran; Stärke

1 Unze 1 Dr. ZZ Gr.; krystallinischem Zucker z, Gr.; süßem mit etwasbitterm verbundenen Ertractivstoffe 7 Dr. 54Gr.; schwerlöslichem Crtrac-tivstoffe 1 Dr. 40 Gr.; weichem Harze z Gr.; durch Kali ausgezogenemertractivartigem Stoffe 1 Dr. 2 Gr.; Pflanzenfaser 2 Dr. 58 Gr.; Verlust8 Gran. 8 .is Unzen.

is Unzen frischer, Anfangs Oktober gesammelter Wurzel bestanden aus;Wasser 12 Unzen 6 Dr. 48 Gr.; Stärke 1 Unze 4Dr. S7Gr.; krystallini-schem Zucker g Gr.; Schleimzucker z Dr. 28z Gr.; bitterm Ertractivstoffe

2 Dr. 47 Gr.; schwerlöslichem Ertractivstoffe an Gr.; weichem Harze 4tGr.; durch Kali ausgezogener ertractartiger Substanz Zgf Gr.; traganty-ähnlichem Stoffe 2Dr. 7Gr.; Wurzelfüßer 2 Dr.4Gr.; Verlust ,5t Gr.8.-16 Unzen.

Dulk's preuß. Pharmak. I.

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