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bitterer Crtractivstoff 28z: thierisch-vegetabilische Materie iz; ErirM-stoff (von scharfem, eigenthümlichem, ertractartigem Geschmacke, ohne aus-fallende Bitterkeit, in Wasser und nur in sehr verdünntem Weingeiste aiif-löslich) 20; Gummi 19; gnmmiger Ertractivstoff 54; Lraganthstoff s;xbosphorsaurer Kalk 5 i.; Phosphors. Bittererde 6 ; Faser zgz; Kuchtiz-keit in. 8 .— 205 z. B r a c 0 n n 0 t stellte reines Koloquintenbitter da-durch dar, daß er das Mark wiederholt mit Wasser auskochte, zur Trockneabdampfte, mit Weingeist wiederholt auszog, wo das Gummi zurückblieb,den Weingeist verdampfte, den Rückstand mit Wasser auszog, wo das Harzzurückblieb, die wäßrige Lösung wieder abdampfte, dieses Ertract mit «-nigem Wasser behandelte, wobei sich essigsaures Kali löste; der RÜHMwar nun reines Koloquintenbirter.
Wenn man nach Vauquelin (Werk. Jahrb. XXVIk. 1. S. 174 .)das geistige Ertract mit Wasser übergießt, so theilt es sich in zwei Theiß,in einen löslichen und einen andern, anfangs aus weißen durchsichtigen Fa-den bestehenden, welche nach der Vereinigung eine gelbliche halb durchsich-tige und gleich einem weichen Harze dehnbare Masse bilden. Seht man diehierbei erhaltene wäßrige Lösung der Hitze aus, so wird sie augenblicklichgetrübt, und es scheiden sich auf der Oberfläche und am Boden des Gefäßesgelbe Tröpfchen aus, welche einem geschmolzenen Harze gleichen. Läßt mandie Tröpfchen erkalten, so erhärten sie und werden zerbrechlich. Wird diedavon geschiedene Flüssigkeit wieder erhitzt, so trübt sie sich aufs neue undverhält sich auf dieselbe Weise, bis sie fast ganz verdampft ist.
Die Materie, welche das Wasser nicht gelöst, könnte, wenn man bloßdie ersten Versuche in Betracht zöge, für ein Harz gehalten werden, sie istaber ganz dieselbe, welche gelöst und durch die Hitze niedergeschlagen wurde.Wirklich löst sie sich auch in einer hinreichenden Menge Wasser vollständigauf, und diese wenig gefärbte Lösung trübt sich auch beim Erhitzen, jedochgeringer als das erste Mal. Hieraus ergiebt sich die Vermuthung- daß diebeträchtliche Lösungsfähigkeit des ersten Antheils Wasser von einer in demErtracte vorhandenen Säure herrührt, die dieselbe befördert. Dieses Pro-duct enthält zugleich eine gelbbraune ertractartige Materie, denn die ersteLösung ist weit stärker gefärbt, als die zweite, und auch nach dem Ein-trocknen liefert diese zweite Lösung ein helleres Product als die erste. Wirk-lich geben auch, wenn man durch wiederholte Verdampfungen die harzähn-liche Materie abgeschieden hat, die letzten Antheile Flüssigkeit einen Rück-stand, der sich in einer sehr kleinen Menge Wasser ohne Rückstand löst.Dieses Ertract hat einen der schwerlöslichen Materie ähnlichen, aber sckM-chern bittern Geschmack. Die harzähnliche Materie ist nicht sehr löslich inWasser; die Auflösung wird durch Ealläpfelaufguß gefällt, aber nicht, Mssehr merkwürdig ist, durch essigsaures Bleioxyd. In der Wärme entwickeltsie einen bitter schmeckenden Rauch, und läßt wie die Harze eine sehr vo-luminöse leichte Kohle zurück. In Salpetersäure löst sie sich ohne Rückstandunter Zersetzung der Säure schnell auf. Wenn man aber, bevor die Ein-