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1 (1833) Einfache Mittel / übersetzt und erläutert von Friedr. Phil. Dulk
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449
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sisis)

nieder, wobei die Flüssigkeit farblos wird. Kalte Salpetersäure löst espartiell mit Hinterlassung einer gelben, zähen, aufgeblähten Masse auf;im Kochen löst es sich vollständig auf, die Auflösung wird vom Wasser ge-trübt, und setzt weiße Flocken ab. Es wird weder von Salzsäure noch Es-sigsäure aufgelöst. Es verbindet sich leicht mit kaustischem Kali, aber dieVerbindung löst sich nicht in alkalischem Wasser auf, worin sie untersinkt;von reinem Wasser wird sie mit blaßgelber Farbe aufgelöst, und diese Auf-lösung hat einen laugenartigen, etwas bittern Geschmack. Es wird leicht,sowohl von kaustischem als kohlensaurem Ammoniak, zu einer blaßbrauuenFlüssigkeit aufgelöst. Von Säuren wird die alkalische Auflösung gefällt.Kohlensaures Kali läßt es ungelöst. In Alkohol ist es leicht mit hellbrau-ner Farbe löslich ; die Auflösung schmeckt bitter und wird von Wasser ge-fällt. Alkoholfreier Aether löst fast nichts auf, alkoholhaltiger nimmt et-was mehr davon auf.

4) Gallensäure (avicknm vliolivum, von ihnen Chol sän rege-nannt, zur Vermeidung einer Verwechselung mit Gallussäure) ist eine vonden Verfassern in der Galle entdeckte, vorher unbekannt gewesene Saure.Sie ist in der Flüssigkeit enthalten, die erhalten wird, wenn das Schwe-felblei (nach der Zersetzung des mittelst Bleizucker erhaltenen Niederschlagsmit Schwefelwasserstoff) mit Alkohol digerirt, und diese Auflösung mit Was-ser gefällt wird, welches Harz abscheidet. Wird diese Flüssigkeit dann sil-trirt und abgedampft, so setzt sie in der Kälte nadelförmige, farblose Kry-stalle ab, welche diese Säure sind. Auf Papier genommen bilden sie eineblättrige, verwebte, seidenglanzende Masse von sehr süßem und etwas schar-fem Geschmacke. Die Gallensäure enthält Stickstoff, und giebt bei der trock-nen Destillation ein dunkelbraunes zähes Oel, und ein gelbes ammoniakhal-tiges Wasser. In offener Luft schmilzt sie zu einem gelben Oel, das beistärkerer Hitze braun wird, und sich zuletzt entzündet, mit klarer rußenderFlamme brennt, und eine leicht verbrennbare Kohle hinterläßt. In kaltemWasser ist sie schwer auflöslich, mehr in kochendem; die Auflösung ist farb-los , röthet stark Lackmuspapier, zeigt keine Reaction mit Mineralsäuren,Bleizucker, Zinnchlorür, Eisenchlorid, Kupfervitriol, Quecksilberchlorid,salpetersaurem Quecksilberoryd und Galläpfelinfusion, und wird nur sehrschwach von Bleiessig getrübt. Sie ist in Alkohol auflöslich; eben so inkalter concentrirter Schwefelsäure, woraus sie durch Wasser gefällt wird.Inder Wärme wird die Auflösung gelbbraun, setzt eine braune Substanzab, und wird dann von Wasser mit braungelber Farbe gefallt. Salpeter-säure löst sie in der Wärme mit Gasentwickelung zu einer gelben Flüssig-keit auf, die beim Erkalten nichts absetzt. Von Wasser wird dieselbe mitweißer Farbe gefällt, eben so von Ammoniak, wovon ein Ueberschuß denNiederschlag mit blaßgelber Farbe auflöst. Kalkwaffer bewirkt in der am-moniakalischen Flüssigkeit keinen Niederschlag. Mit den Alkalien giebt dieseSaure Salze, die süß schmecken, wenn sie neutral sind; mit dem kohlen-sauren Natron giebt sie, unter Entweichung der Kohlensaure, ein krysialli-Dulk's preuß. Pharmak. I. 29