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Indigo
über den ungefärbten Indigo angestellt und bewiesen, daß das Blanwerdmdes Indigos an der Luft von einer Sauerstoffausnahme herrühre, indemSauerstoffgas absorbirt, und das Gewicht des Indigos vermehrt wurde.
Durch Behandlung des Indigos mit Salpetersäure wird, wie bekanntist, ein bitterer Stoff erhallen, Jndigobitter. Liebig (Schw.N.J.XlX.1827. S. 375.) hat nachgewiesen, daß dieses Jndigobitter sich mitdemanSder Seide durch Salpetersäure dargestellten Welthe r'schen Bitter und demAloöbitter völlig gleich verhalte, daß diese Substanz eine eigenthümlicheSäure sey, welche mit den Basen in der Wärme verpuffende Salze bildet,und Bittersäure genannt werden könnte, richtiger aber die Benennung „Kvb-lenstickstoffsaure"erhält. Um diese Säure in völlig reinem Anstaube darzustel-len, hat LiebigsPoggend.Ann. Xlll. 1828. S. isi.u.Kastn.Arch.XIll.S. 3Z5.> das zu beobachtende Verfahren ausführlich angegeben, nachwelchemsie in hellgelben, äußerst glänzenden Blättern krpstallisirterhalten wird, diemeistens die Form gleichseitiger Dreiecke besitzen. Sie hat einen sehr bitternGeschmack und bildet mit Basen eigenthümliche Salze, von denen mehrerebeim Erhitzen stark erplvdiren. Die Säure ist in kaltem Wasser schwierig,in heißem viel leichter auflöslich; in Weingeist und Acther löst sie sich leichtauf. Nach Lieb ig's Analyse besteht die Kohlenstickstoffsäure aus UMKohlenstoff, 16,714 Stickstoff und 47,2t>5 Sauerstoff. Diese Zahlen ent-sprechen 15 At. Kohlenstoff, 6 At. Stickstoff und 15 At. Sauerstoff. Diedetonirende Eigenschaft der Salze dieser Säure gab zu der VermuthungAnlaß, daß diese Salze Dspxelsalze mit Salpetersäure seyen; Liebigkonnte aber durch Reagentien keine Salpetersäure entdecken, auch wurdebeimVerbrennen mit chlorsaurem Kali weder salpetrige Säure nochStickM-orydgas entwickelt. Wohler (Poggend. Ann. XIII. S. 488.) hat dagegendurch Versuche zu zeigen gesucht,daKSalpetersä nre,vder mindestens salpetrigeSäure oder Stickstofforydgas, als solche, zu den Bestandtheilen der Kohlen-siickswffsänre gehöre, indessen ist es wohl möglich, daß.in allen angeführtenVersuchen diese aus den Bestandtheilen der Kohlenstickstoffsäure gebildet se>M(Schweigg er-Seidel rm Jahrh. f. Chem. u.PH.XXIV. S. i 8 t.i-^sist bekannt, daß sich bei Behandlung vieler thierischen Substanzen mit Sal-petersäure eine gelbe Substanz erzeugt, die häufig unter dieselbe Classe vonKörpern gezählt worden, worunter man das Jndigobitter und das Wel-ther'sche Bitter rechnet. Liebig hat bei Anstellung solcher Versuche ganzdie Resultate erhalten, wie sie Berzelius (Schw. I. IX. 18IZ.S. un-beschrieben hat.
Buff (Schw. Iahrb. XXI. S. 58 .) hat noch einige andere bei der Ein-wirkung der Salpetersäure aufJndigo sich bildende Körper untersucht, nam-kich die Indigosaure und das Indigoharz. Die Indigosäure ist farblos, kn-stallisirbar, sublimirbar, und läßt sich in offener Luft entzünden. In koclM-heißem Wasser ist sie etwas auflöslich, aber von kaltem bedarf sie wc >als innt» Th. zur Auflösung. Durch Salpetersäure wird sie in Kvhlenstl -stoffsäure umgeändert. Von Schwefelsäure, Salzsäure und Chlor erlei e