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1 (1833) Einfache Mittel / übersetzt und erläutert von Friedr. Phil. Dulk
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I^ünun. Der Saamen. Leinsaamen.

Eiförmige, zusammengedrückte, sehr glatte, glänzende, brau«ne Saamen.

L-Inum usit«tiH-i,uin Oinn. Gemeiner Flachs oder Lein.

Abbild. Düsseld. Samml. ofsic. Pflnz. Lief. VIII. Taf. 8.

Hayne Arzn. Gew. Bd. Vlll. Taf. 17.

§z-5t. rexusl. 61. V. Orä. 5. ?enisnflria ?entsg^nis.

Orcl. nslursl. 6sr^apki^IIess. ssklin.) surr. gen. Oineas O6.

Diese allgemein bekannte einjährige Pflanze findet sich in mehrerenGegenden Deutschlands, und in einigen andern Ländern des südlichenEuropas hin und wieder wild auf Wiesen und Aeckern; sie wird sehrhäufig angebaut.

Die dünne, fast einfache, mit einigen Seitenfasern versehene Wurzeltreibt einen aufrechten, einfachen, dünnen, glatten, runden, oben ästigen,1 — 2 Fuß hohen Stengel. Die aufsitzenden zerstreuten Blätter sind glatt,bläulichgrün, schmal, lancettförmig, spitz und zolllang. Die ziemlichgroßen schön hellblauen Blumen stehen an der Spitze der Beste auf faden-förmigen einfachen Stielen und verblühen in einem Tage. Der bleibendeKelch ist fnnfblättrig, ebenso die trichterförmige Blumenkrvne. Die Fruchtbesteht in einer kugeligen, zugespitzten, fünflappigen, zehnfächrigen, obenaufspringenden und in jedem Fache einen Saamen enthaltenden Kapsel.Die Blüthezeit ist Juni und, Juli, die der Saamenreife September.

Die Saamen sind eiförmig - länglich, an einem Ende etwas spitz,am andern stumpf, flach zusammengedrückt, bräunlich, sehr glatt, glän-zend, mit einem scharfen Rande versehen, und enthalten einen weißen,ölig-schleimigen Kern. Sie sind geruchlos, haben einen unangenehmsüßlichen und schleimigen Geschmack.

Der Schleim hat seinen Sitz in der Schale des Kerns, und einTheil der unzerquetschten Saamen kann 16 Theile darauf gegossenes ko-chendes Wasser in einen ziemlich dicklichen, fadenziehenden, durchsichtigenSchleim verwandeln. Kaltes Wasser zieht den Schleim nicht aus.

Ueber die chemische Beschaffenheit dieses Schleimes hat Vauguelin(Schw. I. IX. S. SZ.) Versuche angestellt, aus denen er folgerte, daßder Leinsaamenschleim und wahrscheinlich auch die übrigen Schleimegrößtentheils aus einer dem Gummi ähnlichen Substanz bestehenweilsie mit Salpetersäure behandelt, wie jene, Schleimfäure geben, daß aberauch im Leinsaamenschleime und in einigen andern Arten ein Stoff vonder Beschaffenheit des animalischen MucUS enthalten sey, weil nach Ab-scheidung der Schleimsäure, des schleimst und oralst Kalkes, und derOralsäure, eine größere Menge der gelben bittern Materie aus der Mut-terlauge erhalten wurde, als wenn Gummi dazu angewandt worden wäre.

loo Th. Leinsaamen gaben 15 Th. trockn en Schleim, dem Osmazvm