IMsrA^rum. Ein Bleioxyd. Bleiglätte.
Wird in Bergwerkshütten bei der Reinigung des Silberserhalten.
Kleine rothgelbe, glänzende, schwere Schuppen, aus Bleiund Sauerstoff bestehend. Es sey nicht mit Kupfer verunrei-nigt , welches in der mit Salpetersäure gemachten Auflösung aufden Ansatz von Aetzammvniakflüssigkeit, so daß sie vorwaltet, ander blauen Farbe erkannt wird, und deßwegen ist daS schlesischevorzuziehen.
Dieses Bleioxyd wird als Nebenprodukt bei dem Abtreiben des sil-berhaltigen Bleierzes, oder bet der Reinigung des Silbers, um die dem-selben beigemischten fremden Metalle zugleich mit dem zugesetzten Bleiezu orpdiren, erhalten, und zwar in so bedeutender Menge, daß ein gro-ßer Theil des orpdirten Bleies wieder reducirt wird. Die hierbei erhal-tene Bleiglätte ist daher mit Kupfer, Silber und Kieselerde verunrei-nigt, und nie so rein, als die aus reinem Blei durch eigene Operationenin Schlesien, Kärnthen rc. dargestellte. Das bei dem Zutritte der Luft' or»dirte und über dem geschmolzenen Silber eine flüssige Schickt bildendeBlei fließt durch einen an dem obern Theile der Kapelle gemachten Aus-schnitt ab, und wird in einem besondern Gefäße aufgefangen, wo diel Masse beim Erkalten undurchsichtig wird, und sich in glimmerartigeNLltchen zertheilt. Oder: das gelbe Bleiorpd (Massicot) wird bis zumSchmelzen erhitzt, und die ganze zusammengebackene Masse in großen Klum-pen auf einen eigenen Herd außerhalb des Ofens gebracht, wo sie beim lang-samen Erkalten in mehr oder weniger freie glimmerartige Schuppen sichblättert. Je länger das gelbe Bleiorpd dem Luftzuge ausgesetzt bleibt, ehees zum Schmelzen gebracht wird, ein je größerer Theil desselben daher vordemSchmelzen schon in rothes Bleiorpd verwandelt ist, desto röther wirddie Glätte; je eher dagegen nach der Orpdation das Schmelzen eintritt,desto blässer oder gelber fällt die Glätte aus. Die röthliche heißt im HandelGoldglätte (Llir^it»), die gelbe Silberglätte (^rsz-ritir). Die Glätte fälltunter übrigens gleichen Verhältnissen um so schöner aus, je reiner vonandern Metallen, vorzüglich von Kupfer und Eisen, das dazu verwendeteBlei ist, und je weniger sie Gelegenheit findet, während des Schmelzend-sich mit Erden und andern fremdartigen Stoffen zu verunreinigen.
Die Bleiglätte ist, wie aus dem Obige» erhellt, ein Gemenge ausgelbem und rothem Bleiorpd, Massicot und Mennige, das schon in anfan-gende Verglasung übergegangen ist. Das gelbe Bleiorpd besteht aus gr, 8 ZBlei und 7,17 Sauerstoff, ist also k>l> —isS 4 , 498 , d. h. aus 1 At. Bleiund 1 At. Sauerstoff zusammengesetzt. Wenn die Bleiglätte alt wird, ver-liert sie etwas an Glanz, weil sie mit der Zeit Kohlensäure und Wasser