Petroleum
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Petroleum seu Oleum peirae. SteinölEin flüssiges Erdharz im Oriente und an verschiedenen Ortenin Europa aus der Erde und aus Fclsenspalten hervorfließcnd.
Eine gelbe oder röthliche, klare Flüssigkeit von bituminösemGeschmacke und Gerüche, völlig flüchtig, im Feuer verbrennend,in Oelen, keinesweges in höchst rectificirtem Weingeiste, aufwelchem sie schwimmt, auflöslich, spec. Gew. — o,847 -o,854. Man hüte sich, daß das Steinöl nicht mit Terpen-thinöl verfälscht sey, welches auf den Zusatz von concentrirkerSchwefelsäure eine rothe Rinde absetzt, auch nicht mit Bern-steinöl, welches durch dieselbe zugesetzte Säure so dick wird,daß es an dem Glase anhängt, dann auch durch den Gerucherkannt wird.
Das Steinöl, Bergöl, Erdöl, so wie das feinere Oel, die Naphthaoder Bergnaphtha genannt, kommen immer in den durch Wasser gebildetenErdschichten vor, und scheinen, so wie die Steinkohlen, Produkte von zer-störten organischen Körpern, und zuweilen Produkte von dem Processe derSteinkohlenbildung selbst zu seyn. Man findet sie an sehr vielen Orten, amhäufigsten jedoch in Asien. Die reinere Sorte kommt in der größten Mengein Persien am kaspischen Meere bei Bacu, unweit Derbend vor. Die Erdebesteht daselbst aus einem mit Naphtha durchtränkten Thonmergel. Maugräbt hier Brunnen von zo Fuß Tiefe, in denen sich die Naphtha nach U»dnach in bedeutender Menge ansammelt und dann ausgeschöpft wN^'A»einigen Stellen ist sie in solcher Menge vorhanden, daß ihr Dunst sich ent-zünden läßt, und dann so lange fortbrennt, bis man sie auslöscht') überwelchem Feuer die Einwohner nicht selten ihre Speisen kochen. Die weni-ger reine Sorte von Petroleum kommt hauptsächlich aus dem Lande derBirmanen. Die Stadt Rainanghong ist der Mittelpunkt eines kleinen Di-strikts, in welchem sich mehr als 500 Petroleum-Brunnen befinden. DasLand besteht aus einem sandigen Thon, der auf abwechselnden Schichtnvon Sandstein und verhärtetem Thon ruht. Darunter liegt ein mächtigesLager von blaßblauem Thonschiefer, der zu dem von der Steinkohlenforma-tion gehört, und dieser, welcher unmittelbar auf Steinkohlen ruht, ist mitPetroleum durchtränkt. Dieses hat in dem Erdreiche so alle Feuchtigkeitverdrängt, daß in den Brunnen sich gar kein Wasser ansammelt. In Eng-land bei Coalbrookdale hat man eine ähnliche Quelle von Petroleum, dieaus einem Steinkohlenlager entspringt. Au den Capverde'schen Inseln hatman Petroleum in großen Massen auf dem Meere schwimmen und seineOberfläche bedecken gesehen; fast immer sieht man es hervorkommen, woSteinkohlenlager in der Nähe von thätigen Vulkanen liegen. In Europawird das Petroleum in der größten Menge bei Amiano im HerzogtlM