?INU8
78t
Von beiden Pflanzen wird die Wurzel im Frühlinge gesammelt,die einen sehr starken, anhaltenden, scharfen und brennenden, bitterlichenund aromatischen Geschmack hat, den sie bei sorgfältigem Trocknen größ-tentheils behält, durchs Alter jedoch mehr und mehr einbüßt, und zu-letzt ganz unwirksam wird. Ihre Wirksamkeit beruht besonders auf einemflüchtigen ätherischen Oele, daher hat auch die geistige Tinctur dieselbeSchärft, wie die Wurzel selbst.
Die Wurzel der schwarzen Bibernelle (kimpinelts nlgra) ist großer,dicker, auswendig schwärzlich, inwendig von einem blauen Safte, womitsie durchdrungen ist, bläulich gefärbt; auch ist das destillirte Oel vonblauer Farbe, daher sich die Branntweindestillateurs dieser Wurzel be-dienen sollen, um dem Branntweine beim Ueberdestilliren eine blaueFarbe zu geben. Es soll auch eine Wurzel vorkommen, welcher derstarke aromatische Geschmack fast gänzlich fehlt, und die Nees v. Esen-beck für die Wurzel der k. nmgna, halt. l
Eine Analyse der Pimpinellwurzel hat Hr. Bley (Trommsd. N. I.XII. s. 1826. S. 59 .) geliefert. Durch Destillation mit Wasser wurde einätherisches Oel erhalten, von goldgelber Farbe, einem durchdringenden un-angenehmen Gerüche und widerlichem, bitterlich nachkratzendem Geschmacke,sehr flüchtig. Das Destillat enthielt auch etwas freie Essigsäure. Um dieserein abzuscheiden, wurde kohlensaures Kali hineingeschüttet, und das erhal-tene Salz mit einigen Tropfen Schwefelsaure in einer kleinen Retorte derDestillation unterworfen, wobei Essigsäure überging, aber auch bei stärkermErhitzen im Retvrtcnhalse ein Anfing von weißen nadelförmigen Krystallenbemerkt wurde; dieser verhielt sich ganz wie Benzoäsäure. Das Vor-kommen zweier flüchtigen Säuren ist merkwürdig. ,
Resultate der auf übliche Weise ausgeführten Analyse: ätherisches Oel;Satzmehl; Eiweißstoff; krystallinischer Zucker; flüssiger Zucker; Gummi;Weichharz; Harz; Pflanzenfette; harziger Ertractivstoff; süßer Ertractiv-stoff; gummiger Ertractivstoff; Aepfelsäure, Essigsäure, Benzoösäure undFaserstoff. Durch Verbrennen des letzteren wurde erhalten: salzs., schwefelst,Phosphors. Kali, Kalk, Labkerde, Manganoryd, Kieselerde.
Das eigentliche scharfe und kratzende Princip scheint nicht allein imätherischen Oele, sondern auch in den Harzen zu liegen. Ein Alkaloidkonnte bei einem besonders daraufangestellten Versuche nicht erhalten werden.Auch von der schwarzen Pimpinellwurzel hat Hr. Bley eine Ana-lyse geliefert (Trommsd. N. I. Xlll. 2. S. 37 .), welche nicht wesent-lich verschiedene Resultate ergab.
Die Pimpinellwurzel wird gewöhnlich nur zu Gurgelwässern in der Ab-kochung, oder auch bei Lähmung der Zunge als Kaumittel verordnet.
kinus. kesins LurAunälcs. Burgundlschcs.Harz.
Wird aus verschiedenen europäischen Fichtenarten durch Schmel-zen des aus ihnen von selbst auströpfelnden Harzes bereitet.