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1 (1833) Einfache Mittel / übersetzt und erläutert von Friedr. Phil. Dulk
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799
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79S

^?runns?aäus. Ahlkirschenrinde.Traubenkirschenritlde.

?ruilU5 ?säu5 Qinn. Traubenkirsche. Ahlkirsche.

Spnon. Lersrur ?s<iur O6.

Abbild. Düffeld. Samml. offic. Pflnz. Lief. XIII. Taf. 6.

Hayne Arzn. Gew. Bd. IV. Taf. 40.

8/rt. rexusl. LI. XII. Orck. 1. Icorsnürin lVlonoß^nis.

Orä. nstursl. kiorsce^e. Vrib. OrupLveLS r. Lm^gäsless.

Die Traubenkirsche kommt durch ganz Europa in etwas feuchte»Wäldern vor.

Der Stamm erreicht zuweilen eine Höhe von 30 Fuß; häufiger aberkommt er als ein großer sehr ästiger Strauch vor. Sein Holz ist inder Jugend weiß, im Alter gelblich, zähe und feinfasrig; die Rindeglatt, schwarzgrau. Die gestielten Blätter stehen Wechselsweise, sindoval, in eine stumpfe Spitze auslaufend, am Grunde undeutlich herz-förmig, iz—2 Zoll lang, auf beiden Seiten glatt. An der Spitze desBlattstiels stehen zwei runde grüne oder röthliche Drüsen, an seinerBasis zwei Afterblättchen. Die wohlriechenden Blüthen erscheinen nachdem Auöschlagen der Blätter in zahlreichen, abstehenden, 4 — 5 Zolllangen Trauben, und sind eine Zierde der Wälder. Dir Früchte sindrunde, glänzend-schwarze, saftige Steinfrüchte von der Größe der Erb-sen; der eirunde Steinkern ist bitter und riecht stark nach Blausäure.

Die scharfschmeckenden Blätter geben bei der Destillation mit Wasserein dem Kirschlorbeer ähnliches Wasser. Die Früchte werden bei uns den Vö-geln überlassen, in Schweden und Kamtschatka aber eingesalzen und gegessen.

Die Rinde hat in der Medicin Anwendung gefunden, und mußhierzu von den jünger» Aesten genommen werden. Sie besitzt frischgesammelt einen dem Kirschlorbeer ähnlichen Geruch, der sich auch beimTrocknen nicht gänzlich verliert, und einen eigenen aromatischen, denbittern Mandeln ähnlichen, etwas zusammenziehenden Geschmack. Imfrischen Zustande ist sie außen grünlich-rothbraun, auf der innern Seitegelblich. Beim Trocknen wird sie mehr dunkelbraun.

Die Abkochung ist röthlichgelb, hat ganz den Geruch der bitternMandeln und einen bittern Geschmack. Eine verdünnte Eisenauflösungwird dadurch vlivengrün gefärbt.

John (Berl. Jahrb. i. S. 270.) hatte schon vorher seine Entdeckungder Blausäure in den Rinden der Bäume, und namentlich in der Trauben-kirsche, bekannt gemacht, und gab später (Chem. Schriften. IV. S. 77.)außer dem eigenthümlichen, gelblichweißen, schweren, blausäurehaltigen,flüchtigen Oele, folgende Bestandtheile in der Traubenkirschenrinde an:Harz; Ertractivstoff; Gerbestoff; Gummi; Holzfaser. Die Blüthenenthalten: Spuren von Oel, Harz und Wachs; Ertractivstoff 2,5;Gerbestoff mit Schleimzucker und salzs. Kalke 2,0; Gummi 3,0; Holz-faser 10,0; eiweißartige, bloß in Kali lösliche, rothbraune Substanzk2,r; Wasser mit Blausäure und einem Ammoniaksalze 70,0.