6Z4
liieinus
6-8 Fuß hoch, die aber ihrer prachtvollen Haltung und schönen Form,und der Größe ihrer Blätter wegen sehr beliebt ist.
Die Wurzel ist faserig, der Stengel krautartig, fast rund, glatt, hohl,weißgrünlich oder roth mir bläulichem oder eisengrauem Staube bedeckt undhat wenige abstehende Beste. Die Blätter stehen abwechselnd, sind langge-stielt, bandförmig getheilt, mit 7—9 eirund - lancettsörmigen, spitzen, dop-pelt gesägten, glatten und auf beiden Seiten grünen Abschnitten (woher derName ?al>ns Lkrirti). Am Grunde jedes Blattes befindet sich ein faststengelumfaffendes, ovales, abfallendes Nebenblatt. Die Blüthen, denendie Blumenkrone fehlt, sind gewöhnlich einhäusig auf der nämlichenfastpy-ramidenförmigen Traube vereinigt, bisweilen in getrennten Aehren; diemännlichen Blumen, in Gestalt goldgelber Quasten (die Staubbeutellunten,öie weiblichen (die Stempel) dunkelroth und pinselförmig über denselben.
Aus diesen letztem bilden sich später dreifächerige, dreiklappige, mit stachli-gen Punkten besetzte Kapseln, welche in jedem Fache einen länglich-eiför-migen, etwas flachgedrückten, glänzenden, grauen und schön schwarzgefleck-ten Saamen enthalten, unter dessen Schale sich ein weißer, sehr öliger Kernvon etwas scharfem Geschmacke befindet.
Die Pflanze blüht im Juli und August, auch wohl spater; die Saa-men werden bei uns nur in günstigen Sommern reif. Diese waren früher ^unter dem Namen Purgirkörner, Brechkörner (8em<-n Latspuliae m->jor>- ^r. Kicini vulgsrib) officinell. (Eine Analyse derselben von Geiger findet ^sich in Trommsd. N. I. II. 2. S. 17Z.) Jetzt werden sie nur noch be-nutzt, um durch Auspressen das Oel zu gewinnen, welches als Ricinus-,Castor - oder Palmöl bekanutist, und von dem ein großer Theil jetzt auchim südlichen Frankreich bereitet wird. Frisch ausgepreßt ist es weißlich,trübe, dickflüssig, fast geruchlos, und von einem eignen süßlichen, hmten-nach etwas scharfen Geschmacke. Von der Ursache dieser Schärfe nahm mansonst fast allgemein an, daß sie in den Schalen enthalten sey; Geiger(Trommsd. N. I. N. 2. S. ij-z.) und P fa ff (System der iVlai. meä. ^VI. S. 138.) haben aber durch Versuche dargethan, daß diese Annahme !unrichtig sey. Beide sind der Meinung, daß der Hauptgrund der Schärfein dem Ranzigwerden der Saamen oder des Oeles zu suchen sey. AuchCharlardund Henry d, Sohn(Trommsd. N.J. -X. 1. 1825. S> 162-)behaupten, auf ihre Versuche gestützt, daß weder die Keime noch die äuße-ren Schalen einen Stoff enthalten, welcher dem Oele einen scharfen Ge-schmack ertheilen könne, sondern daß dieser allein Folge der Bereitungsartmittelst der Wärme sey, durch welche in dem Oele eine Scharfe entwickeltwerde, die in dem durch kaltes Auspressen erhaltenen Oele nicht vorhandensey. Nicht nur werde gewöhnlich in den Colonien Wärme angewandt, son-dern in einigen Gegenden Amerikas werden sogar die Saamen zuvor gero-stet. Das gewöhnliche Verfahren ist nach ihnen folgendes: die zerstoßenenSaamen werden in einer großen Menge Wasser 5 — 6 Stunden gekoch,und das während dieser Zeit auf der Oberfläche des Wassers sich sammelnde