I'snsektuin 967
Ein ätherisches, gelbliches, starkriechendes Oel. Spec. Gew.
--- 0,932.
lans-etum vulgäre Oinn. Gemeiner Rainfarrn. GemeinesWurmkraut.
Abbild. Düsseld. Samml. yffic. Pflnz. Lief. I. Taf. is.
Hapne Arzn. Gew. Bd. II. Taf. 6.
8^st. rexusl. lll, XIX. Orä. 2. 8^ngenesis rupeküua.
Orcl. NAtursI. 8z-nsntl>erkse, Drib. Lor^mliiferse.
Der gemeine Rainfarrn, der durch ganz Europa wächst, findet sichhäufig in ungebauten, steinigen, etwas feuchten Gegenden, an RändernderAecker, an Wegen, Zäunen, Hecken und Gräben.
Die Wurzel vielköpfig mit ästigen Wurzelfasern. Der Stengel auf-wärts gebogen oder aufrecht, glatt, eckig,2 — 4 Fuß hoch. Die Blatterabwechselnd kahl, die untern gestielt und doppelt-fiedertheilig mit gesägtenEinschnitten; die obern sitzend fiedertheilig. Die halbkugeligen, goldgelbenBlüthenköpfchen in flachen Doldentrauben an der Spitze des Stengels undder Aeste. Die Hülle aus dachziegelartigen spitzen Schuppen umschließtden gewölbten nackten Blüthenboden, auf welchem in der Scheibe röhrigeZwitterblümchen mit fünfspaltigem Rande, im Umfange einige weiblicheRöhrenblümchen mit dreispaltigem Rande sitzen. Frucht: längliche, s— grippige Akenen mit einem häutigen Rande am obern Rande alsSaamenkrone.
Die Blüthezeit ist Juli bis September und die Saamenreife Augustbis October.
Kraut, Blumen und Saamen haben einen stark balsamischen cam-pherartigen Geruch und bittern gewürzhaften Geschmack; ätherisches Oelist in allen Theilen der Pflanze enthalten.
Der wäßrige Aufguß der Blätter ist bräunlich, und wird durch Ei-senauflvsung dunkelgrün- Das wäßrige Ertract ist braun und sehr bit-ter. Die geistige Tinktur ist dunkelgrün. Der Auszug der Blumenist, nicht sehr gesättigt, gelbgrün.
Pros. Fromm herz (Geiger's Magazin 1824. October. S. 35.) hateine sehr genaue chemische Untersuchung des Rainfarrns, und zwar überdas Kraut, die Blumen und die Saamen besonders, angestellt.
Die Blatter mit Wasser destillirt gaben an ätherischem Oele 5^.Andern Erfahrungen zufolge soll erhalten werden.
Eine andere Menge frischer Blatter wurde mit kochendem Alkohol vonv,847 spec. Gew. bis zur Erschöpfung behandelt. Die dunkelgrüne Tinctursetzte nach dem Erkalten keine Flocken ab. Der durchs Abdampfen erhalteneRückstand ward hierauf mit siedendem Wasser ausgezogen, und die wäßrigeFlüssigkeit absiltrirt. Der in Wasser unlösliche Rückstand besaß alle Eigen-schaften des harzigen Blattgrüns oder Chlorophylls. Die wäßrige Flüssig-keit hatte eine dunkelbraune Farbe, keinen oder nur einen faden Geruch und