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1 (1833) Einfache Mittel / übersetzt und erläutert von Friedr. Phil. Dulk
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Syrt. »exusl. LI. I. Orfl. j, IVlonsnckris liflonoß)-nis.

Orck. nstursi. 8oilsmiiiese.

Diese Pflanze ist auf dem festen Lande von Ostindien einheimischund soll auch in China und Madagaskar vorkommen. Sie wird häufigangebaut. Die blaffe Farbe der Wurzeln, der purpurfarbene Streifenin der Mitte der Blätter auf beiden Seiten des Mittelnerven, so wiedie carmoisinrotho Farbe der obern Brakteen der Blüthenähre zeichnen'diese Pflanze von den übrigen Kürkumaarten mit nacktem Blüthenschafthinlänglich aus. Oureuma lonßa ist durch die aus der Mitte des Blättterbüschels hervorgehende Inflorescenz ganz verschieden.

Die knollige Wurzel dieser Pflanze ist die officinelle Iittwerwurzel,welche schwer, theils, jedoch seltener, in runden, einen Zoll langen, aus ei-ner Seite uneben runzligen Stücken, als runder Zitlwer (lLeckosria roiua-ä-l), theils in einigen Zoll langen, gegen einen halben Zoll dicken, dreiecki-gen, an beiden Enden zugespitzten Stücken mit zwei ebenen und einer rund-lichen Fläche, die durch Zerschneiden der Wurzel, der Länge nach, in meh-rere Stücke entstanden sind, alö langerZittwer (Leckosri» lang«) zu unskommt. Sie besitzt einen hitzig gewürzhasten, dem Rosmarin nicht unähn-lichen Geschmack, und starken, gewürzhasten, fast campherartigen Geruch;den runden Aittwer hält man für weniger kräftig.

Die runde Zittwerwurzel kommt nach Banks's Angabe nicht von derhier genannten Pflanze, sondern von Lurcums aromstica 8sli5l>., 6ur-cum» Leäosria kioxl,. her, einer zweijährigen, gleichfalls in Ostindien,auch auf den Inseln und in China wachsenden Pflanze, die kleine Zwie-beln und handförmige, innen gelbe Knollen hat, deren Schaft seitlichoft entfernt von den Blättern aus der Erde steigt. Ehedem leitete mandiese Wurzel von ltsenipferis rolunfls her; allein die Wurzel dieserPflanze ist nach Rorburgh's Angabe kaum aromatisch und zugleichzu selten, als daß sie in so großer Menge gesammelt werden konnte.

Bucholz (Taschenbuch t8>7. S.st.) digerirte die Zittwerwurzel mitAlkohol, zog aus dem Ertract durch Schwefeläther ein Balsamharz aus,welches dunkelgelbbraun, von feinem Zittwergeruche, schwach brennendem,gelind aromatischem, angenehm bitterm Geschmacke, von Ertractconsistenz,

bei mäßiger Wärme leicht flüssig, in rectiflcirtem Weingeiste leicht auflös-

lich, ohne Rückhalt in fettem Oele, in Terpenthin- und Mandelöle nurdurch Hülse der Wärme vollkommen auflöölich war. Das vorn Schwefel-äther nicht Aufgenommene war ein eigenthümlicher Ertractivstoff, in Was-ser und Alkohol gleich auflöölich, geruchlos, von anfangs entfernt salzigem,etwas erwärmendem, schwach bitterlichem, eigenthümlichem Geschmacke, miteinem kleinen Antheil eines salzs. Salzes und einer Spur von Harz.

Der Wurzelrückstand wurde mit Wasser ausgekocht. Die Decocte lie-ßen in der Ruhe den aufgequollenen Traganthstoff absetzen, und gaben dannein dunkel rothbraunes Erlract von schwach erwärmendem, gelind scharfem,säuerlichem, ertractartigem Geschmacke, das in Satzmchl, Gummi und ei-