Band 
I. Band.
Seite
42
JPEG-Download
 

42

Geschichte der Naturwissenschaften.

Hypothesen von Whiston, Burnett u. A., soll im 3ten Buchedieses Werkes angegeben werden.— Als ursprüngliche Stifterder neptunischen Schule, an deren Spitze in neuerer ZeitWerner stand, können schon Burnett und Whiston angesehenwerden, während Hutton's und Büffon'S Theoriecn denen derneuern Plutonistcn mehr oder weniger zu Grunde liegen.Gegen Whiston'S Ansicht, daß die Erde aus der allmäligenUmbildung eines Kometen entstanden sei, erklärten sich schonLambert und Laplace mit Entschiedenheit. Ein neuer Kometsollte nach Whiston die Sündfluth bewirkt haben. — Ray läßtdie Erde sich aus dem ursprünglichen Chaos niederschlagen, undmit Wasser bedeckt sein: Erdbeben und vulkanische Ausbrücheerhoben die Meere und das trockene Land. Die Sündflutherfolgte durch Verrückung de§ Schwerpunktes der Erde. —Zu den Ncptunisien sind auch zu zählen: v. SprengSeysen,Whitchurst, Pallas, Silbcrschlag, Woodward, Scheuchzer,Hollmann, v. Gleichen, WalleriuS, Linn--', Gerhard, Pluchs,Bourquet, Le Cat, Maillct, Wrede, Lamark, obwohl die mei-sten mehr oder weniger Plutonische Kräfte zu Hülfe nehmen.—Die auffallende Erscheinung der Rechtläufigkeit aller Planetenund Monde brachte schon Büffon auf die Vermuthung einesgemeinschaftlichen Ursprungs derselben. Die Masse aller solltedurch einen Kometen von der Sonne abgestoßen und die einzelnenaus deren in verschiedene Weite geschleuderten glühenden Trüm-mern gebildet worden sein. So befände sich die Erde, wie alleübrigen Planeten und die Monde, in fortschreitendem Zustandeder Erkaltung. Auch Leibniy ließ die Erde aus einem geschmol-zenen Körper entstehen, bei dessen Erlöschen sich das Licht vonder Finsterniß schied, und die Schöpfung begann. —Hutton kannman als das erste Haupt der jetzt bei weitem überwiegendenVulkanisten ansehen. Der Sieg derselben über die Neptunistenwurde durch die Untersuchungen über die Entstehung der Urge-birgc entschieden. Hutton bemerkte gegen jene, daß, wäre dieungeheuere Menge Schwefeleisen durch wässerige Auflösung desEisens und Schwefels gebildet, nothwendig schwefelsauereMetallsalze hätten entstehen müssen. Die gediegenen Metalle rc.könnten nicht wässrig flüssig gewesen sein, und die meistenerdigen Fossilien bedürften ganz undenkbare Waffermengen zurAuflösung. Basalt und Lava seien nahe verwandt. Entschei-dend wurden für Hutton's Ansicht Hall's berühmte und gelun-gene Versuche, feurig flüssige Massen zur Krystallisation zubringen. Hall, Playfair und Watt erklärten sich für Hutton;Kirwan für Werner, welchem man nebst de la Metherie inDeutschland und Frankreich anhicng. In den Reihen der