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I. Band.
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82 Geschichte der Naturwissenschaften.

nationen nicht in der Natur, sondern fortwährend in denklassischen Schriftstellern zu suchen.

Die berühmte Schule von Salerno, welche 1150 gestif-tet, zum Ausgangspunkt zahlreicher medizinischer Fakultätenin ganz Europa wurde, pflegte ihrem Zwecke gemäß vorzüg-lich nur die Arzneiwissenschaft und die medizinische Botanik.Doch war Italien das Land, in welchem schon im Anfangdes löten Jahrhunderts, wo im übrigen christlichen Europanoch keine Spur solcher Regung vorhanden war, die Keimeder neuen Naturwissenschaft zu treiben begannen.

Die ritterlichen Araber, welche begeistert von einer neuenLehre, diese in unglaublich kurzer Zeit über 3 Welttheile ver-breiteten, pflegten von der Mitte des 8ten Jahrhunderts an,nachdem die Zeit der religiösen Schwärmerei und kriegerischen Er-oberung vorüber war, mit Liebe die von den Griechen übernom-mene Wissenschaft. Die Dynastie der Abaffiden im Orient, undjene der Omajiden im Occident wetteiferten, sie zu beschützenund zu bereichern. Zwar lebte in den Arabern nicht derschöpferische Geist der Griechen, aber sie haben unendlichesVerdienst um Erhaltung und Kommentirung der Schriftenvon jenen. Ausserdem wurden jedoch manche Naturwissen-schaften, namentlich die Arzneimittellehre, durch selbstständigeForschung von ihnen bereichert, während die Erdkunde durchihre Eroberungszüge gewann. Was die Chemie betrifft, sokann man sie als Schöpfer derselben ansehen. Bagdad imOsten, Cordova im Westen, waren lange Zeit die Glanzpunktealles Wissens, und schon im Anfang des lOten Jahrhundertsreiste man aus allen Ländern Europa's nach Spanien, uman den zahlreichen Akademieen der Araber daselbst Medizin undMathematik zu erlernen.

Erst mit dem Ende des löten Jahrhunderts begann imchristlichen Europa auch die Naturwiffenschaft zu erwachen.Von da an nahm sie einen immer höher« Schwung und erlangteendlich so außerordentliche Ausbreitung, durch bis in's Kleinsteund Tiefste gehendes Forschen, daß Alles, was von Anfang derWelt bis an das Ende des löten Jahrhunders geschehen ist,gegen das seitdem Vollbrachte gewissermaßen verschwindet.