Band 
I. Band.
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86 Geschichte der Naturwissenschaften.

in welchen Typographen, Kupferstecher und Maler wetteifern,um den Kontrast mit den dürftigen Holzschnitten der frühernJahrhunderte mächtig heraus zu heben, und die höchste Natur-wahrheit mit künstlerischer Vollendung zu einen. *) Es sinddaher alle Lüstern Verhältnisse gegeben, welche hohe Ausbil-dung und fruchtbare Anwendung einer Wissenschaft herbeizu-führen vermögen.

Andererseits ist jedoch nicht zu läugneu, daß die Rich-tung, welche im Allgemeinen in der Naturforschung ein-geschlagen wird, für sich allein nicht hinreicht, zu dem ganzenund vollkommenen Verständniß der Natur zu führen, wiedieses überhaupt dem Menschen möglich ist. Es wird vonvielen Seiten die Empirie, und nur die Empirie, die objek-tive, sinnliche Auffassung als das. einzige Mittel empfohlen,durch welches Fortschritte herbeigeführt werden können. Auchwir erkennen in der sinnlichen Erfahrung die materielle Grund-lage der Naturforschung, aber durch sie ist nur ein Theil,nicht das Ganze gegeben. Der Mensch ist ein Wesen, inwelchem sich gleichsam die ganze Natur mit all' ihren Kräftenin eigenthümlicher Weise wiederholt. Um jene vollkommenzu verstehen, muß der ganze ungetheilte Mensch mit feinenSinnen, seiner Phantasie, seinem Verstände und seiner Ver-nunft der Natur gegenüber treten. Hier eben liegt die Wurzeldes Irrthums, in welchen Jene verfallen, welche die Naturnur durch das eine, oder einige dieser Vermögen in ihrerTotalität zu erschöpfen glauben. Mit jeder Scheidung dermenschlichen Vermögen ist nothwendig die Einseitigkeitgegeben und von vorne herein ein möglichst vollkommenesVerständniß der Natur unmöglich gemacht. — Diejenigen,welche die Objektivität empfehlen, haben von ihrem Stand-punkte aus vollkommen Recht, aber dieser ist nicht der höchste,den man einnehmen muß. Die Objektivität hat in ihremWesen selbst eine Schranke, welche sie nicht zu übersteigen

*) Das vollkommenste in dieser Beziehung ist vielleicht in AudubonSWerke über die Nordamerikanischen Vogel, in Wallich's

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cictv rc. geleistet.