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Allgemeine Naturgeschichte, i. Buch.
bedingt. Die Krystalle sind nur mathematische, keine orga-nischen Individuen. Man könnte sie im Gegensatz zu letztemauch homogene Individuen nennen, wahrend die Organismennothwendig heterogene sind.
VH. Hauptstück.
Von den synthetischen Naturformen oderOrganismen.
Die Stoffwelt erschien uns als ein vielfach Differenzirtesder einfachen ursprünglichen Grundmaterie, aus welcher allechemische Verschiedenheit hervorgegangen ist. Wir erkanntensie als vorzugsweise dem festen Erdkörper angehörend, und ihremannigfaltigen Verbindungen zum Theil durch die Entwicklungs-prozesse des Erdorganismus selbst bedingt. Wir sahen an denAtomen der Materie, oder was uns gleichbedeutend ist, anden elementarenKräftepunkten außerdem elektrische, magnetische,Licht- und Wärmephänomeue auftreten.
Die Thätigkeit des Weltgeistes hat sich aber nicht daraufbeschrankt, eine unendliche Zahl von Atomen — Wesen derniedersten Art — zu schaffen, es sollte zu höhern Produktenseiner Wirksamkeit kommen. Es sollten in allmählig auf-steigenden Kategorieeu geistigeWesen entstehen, welchegleichsam Gedanken des Weltgeistes, an und für sich nichtfähig, sinnlich, materiell wahrnehmbar zü erscheinen,aber mit der Macht begabt sind, sich in die Stoffwelt zu ver-senken, diese in verschiedener Art zu beherrschen, aus ihr sichLeiber zu gestalten und mittelst dieser räumlich und zeitlichaufzutreten. Die geistigen Wesen dieser Art haben wir mit demNamen der organisirenden Seelen belegt, und die ausihrer Thätigkeit, ihrer Einwirkung in die Stoffwelt hervor-gehenden Produkte sind es, welche man Organismen nennt.
Einen Organismus definiren wir als ein mehr ^ oderminder geschlossenes Einzelwesen, welches aus chemisch, mecha-nisch und potentiell verschiedenen Theilen besteht, die allevermöge einer sie beherrschenden und zur Einheit verknüpfenden