Von den synthet. Naturformen od. OrganiSm. 117
Seele in solche Wechselwirkung zu einander treten, daß durchdiese das Bestehen des Ganzen vermittelt wird. Die Seeleeines Organismus offenbart sich in verschiedenen Richtungenihrer Thätigkeit. Jede dieser Richtungen spricht sich als einOrgan oder Organensystem aus, von welchen jedes körperlichwieder aus einer unbestimmten Menge wiederstrebcnder Kräfte-punkte (Atome) zusammengesetzt ist, die durch jene geistigeThätigkeitsrichtimg zusammengehalten werden.'Die Verschieden-heit der konstituircnden Atome, die Zahl der einzelnen Organeund Organensystcme und ihr Verhältniß gegen einander be-dingen die Mannigfaltigkeit der Organismen. In jedem Orga-nismus geht eine mehr oder minder große Reihe von Verän-derungen vor, welche sowohl nach ihrer Beschaffenheit, alsihrer Dauer und Folge mit seinem besondern Wesen auf dasinnigste zusammenhängen und der lehrreichste Ausdruck desselbensind. In ihnen spinnt sich das Leben jedes Organismus ab,welches nichts als der abstrakte Begriff derselben ist.
Aus der eben mitgetheilten Bestimmung eines Organismusfolgt nothwendig, daß nicht bloß Menschen, Thiere, Pflanzen,sondern auch die Weltkörper den Organismen beizuzählen sind.Diese sind vollkommen geschlossene Einzelwesen, Individuen,wie nicht einmal viele Thiere, von den Pflanzen nicht zureden, — sie bestehen nicht bloß aus chemisch verschiedenenTheilen, sondern aus ihrer Funktion nach abweichenden Or-ganen , die sich bei unserer Erde als erwärmtes Innere, Fest-land, Meer und Atmosphäre darstellen, welche sich in derthätigsten und ununterbrochensten Wechselwirkung befinden,wodurch das eigenthümliche Sein und Bestehen der Erde ver-mittelt wird. Die Geologie lehrt, daß die Erde eine nichtzufällige, sondern durch ihr Wesen bedingte Reihe von Ver-änderungen durchlaufen hat, und die Astronomie zeigt unsverschwundene und neu entstandene Weltkörper. Es ist erlaubt,die übrigen Planeten und die Monde für der Erde analogeKörper zu halten, während die Sonne, die Kometen rc. zwarals sehr verschiedene Wesen erscheinen, bei denen jedoch ebenso gut eine chemische, mechanische und organische Verschieden-heit ihrer Theile, allerdings in anderer Kombination als bei