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I. Band.
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Allgemeine Naturgeschichte. II Buch.

direkte und den Quadraten der Abstände umgekehrt proportionaleAnziehung zurückführen lassen, was Andere läugnen). Adhäsionist die Anziehung oder Anhängung getrennter fester Körper anein-ander, der flüßigen oder cxpansibeln Körper untereinander undgegen feste Körper. Kapillarattraktion und Kapillarde-pression ist die positive und negative Anziehung tropfbarerFlüßigkciten in haarröhrchenartigen Räumen fester Körper.

Die Abstoßung, welche einige für eine den Stoffen wesent-liche Kraft halten, ist eine in dvr Natur sehr häufige Erscheinung.Hieher gehört das Verhalten gleichnamig elcktrisirtcr Körper, undder gleichen Pole der Magnete, die Ausscheidung verschiedenerStoffe durch chemische Prozesse, und solche Substanzen, welche sichnicht mischen lassen, oder nicht benähen, wie Fett und Wasser,Quecksilber und Glas. Vorzüglich bei der Elastizität, Expansion,und der Ausdehnung durch Wärme wurde eine abstoßende Kraftangenommen, besonders von Newton bei seiner- Erklärung derZurückwcrfung des Lichts von spiegelnden Flächen vor der wirk-lichen Berührung derselben, und bei seiner Behauptung, daß diedurch Aufbrausen oder Sieden expandirter Flüßigkciten erzeugtenSubstanzen nur durch eine solche Kraft das Bestreben äußernkönnten, einen größcrn Raum einzunehmen, nachdem sie sich vonden sie bildenden Körpern entfernt hätten. Er äußerte auch, mankönne sich vorstellen, daß die zurückstoßenden Kräfte da anfangenmüßten, wo die anziehenden aufhören, so wie in der Algebra diepositiven Größen durch Null zu negativen übergiengcn. Kant,und noch mehr feine Nachfolger führten, wie oben bemerkt wurde,die gesammten Naturerscheinungen auf den Konflikt einer in dieEntfernung wirkenden Zichkraft, und einer in der Berührungwirkenden Dehnkraft oder Abstoßung zurück.

Biot und Laplace sehen die Wärme als die repulsive Kraftan. Je nachdem Anziehung oder Wärme durch äußere Ursachendas Uebergewicht gewinnt, soll der Zustand der Körper wechseln,und Festigkeit, Flüßgkcit, Expansion, Elastizität, Härte, Krystalli-sation bedingt werden. Andere sehen die Wärme mehr als dasdie Attraktion beschränkende und ihre Wirkungen bedingende Prin-zip an, und reduziren die Wirksamkeit derselben auf ihre ver-schieden modisizirte Verwandtschaft zu den verschiedenen Körpern,statt daß sie eine eigene Abstoßungskraft annähmen. (OlberSführt die eigenthümliche Gestalt der Kometenschweife auf abstoßendeKräfte sowohl ihres Kernes, als auch der Sonne zurück, welcheVorstellung im Allgemeinen anf repulsivcn Kräften namentlichder Wärme und des Lichtes beruht).

Man schreibt der Materie auch Trägheit zu, welche be-wirkt, daß Körper einmal in Bewegung gebracht, nur durch fremde