Chemische Verhältnisse der Stoffe. j-47
Verwandtschaft äußert. *) Erscheint in der vorigen ein förm-liches Vorahnen der Eigenschaften von Verbindungen, die erstgeschehen sollen, und deren Eintritt eben durch dieses Vorahnenbedingt ist, so beruht letztere auf einem gleichsam prämcdi-tirten Bündniß des dritten und vierten Stoffes gegen denzweiten, nm den ersten aus der Verbindung mit ihm zu reißen,sich mit jenem zu vereinen und den zweiten auszuscheiden.
Nur dann gehorchen die materialen Kräftepunktestreng den ihnen eingeprägten Proportionen, wenn diese nichtdurch äußere Bedingungen, wie Temperatur, mechanischenDruck oder durch Ueberschrcitcn der Sättigungspunkte in Folgezu großer Mengen einzelner Stoffe gestört werden.
Bei den Mischungsgewichten der Stoffe, welche aufdie atomistische Ansicht von denselben gegründet sind, zeigt sichdie merkwürdige Erscheinung, daß sie in Körpern von sehrähnlicher Beschaffenheit sehr verschieden sein können. In an-dern Fällen hingegen halten Körper, welche in ihren Eigen-schaften zwischen zwei andern stehen, auch das Mittel zwischendiesen in ihrem Mischungsgcwichte. Die räumlichen Verhält-nisse, unter welchen sich die Stoffe verbinden, werden ohneZweifel durch die Mischungsgewichte anschaulich ausgedrückt.Niemals vermögen aber Zahlen mehr vom innern Wesen auszu-drücken, als dessen nach außen hervortretende, relative Modali-täten. Wir haben in der Stoffwelt in der That schon ein Em-pfindendes und Handelndes vor uns, welches bei Berührungenmit verschiedenen Andern sein Benehmen ändert, undseine Federungen und Bedingungen höher und niederer spannt,nachdem ihm dieser oder jener Gegner gegenüber tritt. Wirhaben in den Stoffen Kraftwesen vor uns, welche eisernen,unabänderlichen Gesetzen Unterthan sind, — Seelen ohne dieGewalt, aus innerer Selbstbestimmung Polaritäten und Ver-hältnisse zn ändern, wie es jenen im Reiche der Freiheit
*) So bei Zersetzung der Kohlensäure durch Phosphor und Natronin der Glühhitze in phosphorsaureS Natron und Kohle, welcheerfolgt, weil die erst zu bildende Phosphorsäure größereAnziehung gegen das Natron hat, als die Kohlensäure, ob-gleich die Anziehung des Kohlenstoffs zum Sauerstoff vielgrößer ist, als die des Phosphors zu demselben.