Band 
I. Band.
Seite
234
JPEG-Download
 

234 Allgemeine Naturgeschichte, m Buch.

große Wolkcnnetze seien, welche nur durch sehr hohe Gebirgeunterbrochen zu sein scheinen. Mars zeige eine ähnliche Erschei-nung unter seinem Aequator; die dunstrcichen Atmosphären derAsteroiden verhinderten die Beobachtung solcher Streifen, wennsie auch vorhanden wären; doch liessen die oft plötzlichen Enthül-lungen der Pallas auf gewaltige atmosphärische Veränderungenschließen. Allen Trabanten schienen die Wolkengürtcl abzugehen;wahrscheinlich weil sie entweder nur sehr wenig Waffcrgas, oderganz wafferleere Atmosphären haben. (Meteorologie, iter Bd. S-272.) In der ausscrord. Beil. zur allg. Zeitung vom 7. Mai 1836S. 836 sagt hingegen Gruithuisen: „Die veränderlichen dunkelnStreifen auf der Oberfläche des Jupiter waren 1786 und 96 vonSchröter, und von mir von 1814 bis 24 nie anders gesehen wordenals dunkelgrau. Allein allmälig verlor unter den mannigfaltigstenVeränderungen I. von seine» 4 dunkeln Hauptflreifen einen nachdem andern, und gegenwärtig hat er nur noch einen einzigen;nnd auch seine feinen schmalen Streifen gegen die Polarkreisesind nicht mehr so deutlich sichtbar wie. ehemals, und an Farbevöllig hell-bleigrau. Als ich, (was noch sonderbarer ist) am 23.April l. I. an meinem neuen 30zölligen achromatischen Fernrohreeine 150 malige Vergrößerung auf den I. probiren wollte, erblickteich den einzigen noch übrigen dunkeln Hauptstreifen nicht mehrgrau, sondern über Alles deutlich rostbraun. Ganz dasselbe sah ichmit meinem Fraunhofcr von 4" Ocffnung, unter andern Ver-größerungen. Ich traute dennoch meinen eigenen Augen kaum —aber ein anderes Auge sah dasselbe, und man bezeichnete mir dieFarbe als hellbraun. Allein 25 Stunden später, oder nach 2/2 Nota-tionen J'S., hatte ich von dieser Farbe unter denselben Umständenkaum eine Spur wahrnehmen können. Seitdem habe ich gleich-wohl diese Farbe mchrmal eben so deutlich wieder gesehen als daserste mal." Später (Allg. Zeitung v. 2g. Juni 1836, außcrord.Beil. S. 1187) erklärt G. diesen braunen Streif für einen Brandim Wolkenhimmcl des J'S. der freilich die ungeheuere Größevon 97,000,000 Quadratmeilen haben müßte. Braun erscheine derStreif wegen der TageShelle auf I., so wie man bei einem inHellem Sonnenschein brennenden Dorfe das Feuer durch den Nauchgelblich-braun sehen würde. (Auch Saturn zeige gegenwärtig aufseiner nördlichen Halbkugel einen dunkeln Streifen). G. glaubt,I. habe etwas Sonnennatur, weil er, wie schon Schröter entdeckte,gleich der Sonne schwarze Flecken und weiße Stellen zeige, Oeff-nungen und Fakeln. Die Fleckenzone habe dieselbe jovigraphischeBreite, wie jene der Sonne hcliographische. I. vermöge in seinerWolkensphäre Licht und Wärme zu entwickeln (>- 28. Juni

S. 1183). — Nach Schröter würde der Aequatorial- den Polar-