Beschreibende Darstellung des Sonnensystems. 237
Skorpion und Schützen. Schrote» sah auf der feinen Licht-linie des Ringes mehrere helle Punkte, die er für Gebirgehält, und zum Theil 200 M. hoch schätzt. Herschel fand aus derOrtsveränderung dieser Berge eine Rotation des Ringes von 10/2Stunden, übereinstimmend mit der Rotation der Kugel selbst.Schröter, welcher im Januar <803 auf der westlichen Anse einen,auf der östlichen zwei ausgezeichnete Lichtpunkte, die er für viel-leicht 100 Meilen hohe Berge hielt, immer in derselben unve«rück-tcn Lage beobachtete, läugnet hicnach eine Rotation des Ringesganz; man ist aber Hcrschels Meinung beigetretcn, da der Ringder Theorie nach roriren muß, wenn sein Bestand gesichert .seinsoll, indem die der Kugel nähern Theile sonst der Anziehung gegendiese folgen, und den Zusammensturz des ganzen Ringes herbei-führen würdSn. OlbcrS erklärte jene Lichtpunkte SchröterS füreine nothwendige Folge der Erleuchtung durch die Sonne,welche nach optischen Gesetzen, immer an den von Schröter ange-gebenen Stellen eine solche Erscheinung hervorbringen müsse,die Ringe möchten auch noch so schnell rotircn. (Vcrgl. Gruit-hnisenS Neue Anal. itcn BdS. -ttes und SteS Hft. S. 64). Hin-gegen Gruithuisen tritt SchröterS Meinung bei und glaubt, daßder SaturnSring sich wie ein Sonnenmond verhalte, der Sonnestets dieselbe Seile zukehre, daher nicht rotire.. (Anal. rc. Heft7. S. 97). Kapitain H. Kater sah 1825 den äußern Saturnsringdunkler und von zahlreichen dunkeln Abtheilungen geschloffen,wovon eine, die den Ring in gleiche Hälften theilte, mächtigerwar, als die übrigen. Schon Cassini, dann Quetclet, Schotthatten ähnliches gesehen. 1826 wurde aber diese Theilung desäußern Ringes weder von Herschel, noch von Struve, noch vonKater, selbst bei sehr günstigem Wetter gesehen; alle sahen aberden äußeen Ring dunkler als den innern. Kater fragt: Ob nichtdieser Lichtmangcl des äußern Ringes von einer dunklern Atmo-sphäre herrühre, die vielleicht in gewissen Umständen eine schein-bare Theilung des äußern Ringes darstelle? (Gruith. Anal. rc.7teS Hft. S- 55). Gruithuisen erklärte schon 1825 in einer Mit-theilung an Harding den äußern Ring für einen Wolkenring (Anal.2teS Hft. S- 12) und glaubt, daß Katers Beobachtungen seine Ver-muthung bestättigtcn.— Von der Aequatorialzone des S'S. sehen seineBewohner nur die dunkle innere Kante des Ringes, welche außer denFixsternen auch noch die 7 Monde verdeckt, weil diese stch in der Ebenedes Ringes bewegen. Bis 55« nördl. und südlicher Breite erscheintder Ring als ein immer breiterer leuchtender Bogen für die ebender Sonne zugewendete Halbkugel, während er der eben abgewen-deten viel vom Himmel verdeckt und jahrelange Sonnenfinsternissehervorbringt. Von 55-90» Breite ist der Ring immer unsichtbar.