238 Allgemein« Naturgeschichte. M Buch.
Beobachten der meistens ganz unvermuthet erscheinenden Feuerkugelngibt, deren kosmischen Ursprung er seit Langem vertheidigt/ be.rechnet (Neue Anal. 4tcS und SteS Heft) ihre Geschwindigkeit. Diemittlere Bahnbcwegung der Erde ist in t" Zeit —4/,,^ g. Meilen.Bewegt sich eine Feuerkugel um Mitternacht eben so schnell vonO- nach W./ so scheint sie die doppelte Geschwindigkeit der Erde zuhaben/ und bewegt sie sich eben so schnell von W. nach O-/ so muß siestill zu stehen scheinen; bewegt sie sich scheinbar schncllvon W. nach O./so muß sie eine wirklich viel schnellere Bewegung als die Erde ha-ben; kommt sie aber von N. oder S./ so gibt es zusammengesetzteBewegungen. Durch diese einfachen Verhältnisse konnten Benzen-berg und Brandes mittelst Beobachtung stndcn/ daß diese Meteorein t" 4 — 8 geogr. Meilen zurücklegen mußten. Feucrmcteorc/die ist der Erdatmosphäre entstanden sind / mußten zuerst mit derAtmosphäre selbst sich fortbewegen/ dann alle von W. nach O. aufsie fallen / während die St. doch alle möglichen Fallrichtungen zeigenund die meisten nach Bcnzenberg sich der Erde entgegen bewe-wegen. Hallcy schon zeigte / daß die Feuerkugeln bei ihrer großenGeschwindigkeit von 4—8 g. M. in Zeit nicht in der Atmo-sphäre entstehen können / weil ihre Fallgeschwindigkeit gegen dieErde immer viel geringer bleiben würde: nach Gruithuisen in derletzten Sekunde höchstens 360K7 Par. Fuß betragen könnte.
Bedeutung und Ursprung der Feuermcteore. Sehr vielePhysiker halten sie noch immer für Erzeugnisse unserer Atmosphäre/entstanden durch gewaltige Reduktionsprozeffe gasförmiger Stoffein feste Massen; für Auswürfe der Mondvulkane erklärt wenigstensdie Sternschnuppen Bcnzenberg (siehe seine Schrift: Die Stern-schnuppen sind Steine aus den Mondvulkanen. Mit 4 Steindrück-Bonn 1834). Zuerst hat OlberS/ später erst Laplace die Geschwin-digkeit berechnet/ welche Körper haben müßten/ welche von Mond-vulkanen geschleudert/ nie wieder auf den Mond zurückfallen/sondern sich von diesem in's Unendliche entfernen oder die Erdeerreichen sollen. Ersterer fand/ daß wenn ein Körper mit einervertikalen Geschwindigkeit von 7SS7 Par. Fuß in einer Sekundevom Monde in die Höhe geworfen wird / er nie wieder auf ihnzurückfallen / sondern sich in'S Unendliche entfernen wird. Um dieErde zu erreichen/ reiche unter günstigen Umständen eine Ge-schwindigkeit von 7780 hin. Doch hat weder Olbers noch La-placc jemals behauptet/ daß die Aerolithen wirklich aus demMonde kämen / und Ersterer spricht sich entschieden dagegen undfür ihren kosmischen Ursprung auS/ weil vom Monde ausgewor-fene Massen auf der Erde nur mit einer relativen Geschwindigkeitvon 35/000 in der Sekunde ankommen könnten/ während jeneMeteore mit einer relativen Geschwindigkeit von 4 — 8 Meilen in