572 Allgemeine Naturgeschichte, lv. Buch.
oder 8-lv;>r genannt/ mit dichtem Urwalds bedeckt/ eben/ nurvon kleinen Hügeln durchzogen, s) Der Australische Kontinenthat keine charakteristischen Ebenen/ aber weit gedehnte sandigeKüstenstrichen/ zum Theil mit aufgeschwemmtem Boden, in S.und W. fast ohne Quellen. — Zum Begriff der gewöhnlichenEbenen, welche überhaupt die fruchtbarsten, am stärksten bebautenund bewohnten Theile der Erde begreifen, gehört auch ihre geringe,höchsten» einige lOtV betragende Erhebung über das Meer; Verg-ebenen, Hochebenen, Plateaus hingegen liegen zwischen Ge-birgsketten, und oft mehrere t Worüber dem Meere; so die erhabenstenHochländer der Erde, die Gobi, die große Bucharel und Tibet; inEuropa die Böhmische, die Bayer'schc Hochebene, letztere t56«c überd. Mitteln;., das Schweizerische Hochland zwischen dem Jura undden Alpen, das Spanische Hochland, auf welchem Madrid liegt;die Hochländer von Quito und Mexiko rc.
Der Meeresboden bietet dieselben Erhöhungen nnd Ver-tiefungen dar, wie die Erdfeste, scheint aber im Allgemeinenweniger ungleich zu sein. Er liegt weiter vom Land tiefer unterdem Wasserspiegel als nahe an selbem; die Tiefe am Ufer richtet stchnach dessen Gestalt, so daß das Meer unmittelbar an steil und hochaufsteigenden Küsten sogleich sehr tief, an flachen Ufern seicht ist.Bänke sind schmale und lange Erhöhungen des Meeresbodens,ragen manchmal über das Wasser hervor, und können Sand-,Austern- oder Korallcnbänkc sein. Riffe sind Reihen vonfelsigen Bänken an Küsten, an welchen gewöhnlich das Meerbrandet. Die sogenannten FiordS, tiefe Küstcncinschnittc, be-sonders häusig an Norwegens Westküste, oft mit mehrcrn toooehohen Felswänden senkrecht aus dem Meere aufsteigend, vorzüglichda vorhanden, wo krystallinische Gesteine mit dem Meere in Be-rührung stehen, scheinen durch horizontales Zerreißen und Berstender Felsmassen entstanden zu sein.
Berge im weitesten Sinn sind Erhöhungen der Erdfläche,von wenigstens eooc Hohe über ihrer Grundfläche. Was darunterist, heißt Hügel. Der oberste Theil eines Berges heißt Gipfel;wenn er sehr steil, abgeschnitten, spitzig ist, Pik, Horn, Nadel.Zwischen dem Gipfel und dem untersten Theile, dem Fuß einesBerges, liegt der Abhang, dessen Neigung gegen den Horizontdie Steilheit bestimmt. Beträgt jene über 30 «, so ist der Bergschon sehr steil. Senkrecht oder fast senkrecht abstürzende Felsmassenheißen Wände, steil sich über den Gipfel erhebende, FelSkämme,Gräthe, einzelncErhöhungen an den Abhängen,Kuppen. — Dieverschiedenen Fclsartcn, aus welchen die Berge bestehen, gebenihnen bestimmte, schwer zu beschreibende, aber doch so eigenthüm-liche Gestalten, daß ein geübtes Auge schon von ferne aus dem