Geognostische Verhältnisse der Erdrinde. 41^
an verschiedenen Punkten Norddeutschlands und Frankreichs vor,und bildet um das Thal von Pyrmont die Gipfel ausgezeichneterBerge. — Muschelkalk ist ein gewöhnlich grauer und dichter,zuweilen dolomitischer, selten oolithischer Kalkstein. Manchmal um«schließt er zahlreiche Reste von Lncii,>,tes mvaillsormls Mist. Bis-weilen ist er außerordentlich reich, öfters aber sehr arm an Kon-chylien. — Der bunte Sandstein ist noch weiter verbreitet alsder Keuper und Muschelkalk und kommt vom Norden Schottlandsbis in die Mitte Englands, um die Vogeftn, in Südfrankreich,im Schwarzwald, in Schlesien, Polen und mittlern Rußland vor.Er besteht oben aus thonigen, rothen und bunten Mergeln mitDolomit, GypS, Petrefakten des Muschelkalks und vielen Pssan-zcnabdrücken, unten aus starken geschichteten Bänken von Quarz-körnern, mit Nieren von Thon, Eisen, kugligen Zusammenzie-hungen von Kalkspath, mancherlei Metallen, Lagern von Rogen-stein, — fast ohne alle Versteinerungen. Die rothe Farbe herrschtvor, wechselt aber in Streifen, Flecken und ganzen Massen mithellgclblichgrauen und weißen Färbungen und Streifen. — Unterdem bunten Sandstein liegt der Zechst ein, eine Kalksteinbildungvon sehr mannigfachem Charakter, Eisen- und Kupfererze, Rogen-stein einschließend, vorzüglich um den Harz, im Thüringerwald,voigtländischen Schiefergcbirg, den Fulda- und Werragegenden, derOstseite des westvhälischen Gebirgs bis nach dem Spessart undder Wetterau verbreitet, aber auch in Frankreich und Englandvorkommend. Im Mannsfeldischen unterscheidet man bei ihmfolgende Lager: Asche (zcrrciblichcr Mergel), Stückstcin, Rauch«wacke (Dolomit), Zechstein und Kupferschiefer oder bituminöserMergclschiefer. Zm cngl. Zechstein überwiegt der Dolomit sosehr, daß man davon die ganze Bildung Magnesia-Kalksteingenannt hat. — Unter dem Zechstein liegt das Rothlicgende,eine Bildung von rothem, aus zerstörten unten liegenden GebirgS-artcn entstandenen Konglomerat und Sandstein. Seinen oberstenTheil bildet am Harz das Wcißliegcnde; hierunter liegt rotherSchicferlcttcn und thoniger, feinkörniger Sandstein, dann einPorphyrkonglomerat; auf dieses folgen schmale Kalksteinlager,bann ein Konglomerat mit faustgroßen Hornquarzkugeln. Diemeisten Schichten sind kirsch- und violettroth gefärbt. Die ganzeBildung ist vorzüglich in Thüringen entwickelt; ein Sandstein-gebilde von etwas verschiedenem Charakter tritt in England alsAequivalcnt auf. — Die unter der Gruppe des rothen Sandsteinsruhenden Schichten sind in Folge heftiger Störungen (vielleichtHervorbrcchcns plutonischer Gebirgsmaffen), die der Bildung desrothen Sandsteins vorher giengen, meistens stark geneigt, ge-wunden und zerrißen. Von ihnen wurden die Bruchstücke der
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