Entstehung ».Bildung, Veränderung, u. Zukunft d. Erde. HtzZ
seit HipparchS Zeiten / keine Verkürzung der Tageslänge beobach-tet hat. Da ein crwärmer Körper an Volum zunimmt/ so mußtedie Erde bei viel höherer Temperatur nothwendig einen größer»Raum einnehmen/ und sich langsamer um ihre Axe bewegen/ weildieselbe Kraft z. B. ein größeres Rad langsamer als ein kleinereszu bewegen vermag. Mit der Erkaltung mußte sie kleiner werden/und sich schneller drehen. Würde die Temperatur der Erde seit2000 Jahren nur um >/,«, abgenommen haben / so müßte dieTageSlänge um s/,«, Sekunde kürzer geworden sein/ was nicht derFall ist. Nach Fourier beträgt der Beitrag/ den das Centralfeuerzur Temperatur der Erdoberfläche liefert/ gegenwärtig nur (gg0k.;so daß jene fast ganz als Resultat der Sonnenwärme erscheint/und eine weitere Erkaltung der Erdoberfläche von jener Seite ausnicht möglich wäre. v. Humboldt hat bei seiner letzten asiatischenReise die Entdeckung gemacht/ daß der KönigStieger noch heutebis in die Kirgisensieppe vordringt/ während des sibirischen Som-mers bisweilen Streifzüge noch too Lieues weiter nordwärtsmacht/ und daß der schöne JrbiSpanther von Aaschgar bis zurMittellena lebt. Walchner (Gcognosie/ S- loi2) meint nun,es könne kaum bezweifelt werden/ daß die erwähnten dickhaarigenPachydermen meist in nördlichen Gegenden heimisch waren/ imSommer an den Willuji und gegen die untere Lena vorrückten/und hier bei einer der letzten Erdrevolutionen/ z. B. bei Erhebungeiner sehr jungen Gebirgskette/ wie des Ural/ getödtet wurden.Ihre Kadaver kamen durch Erschütterungen und Spaltungen inmächtige/ stets gefrorene Erdschichten/ wo sie mit allen Weich-theilen Jahrhunderte lang erhalten wurden. Mit Cuvier eineplötzl. Erkältung der Erdrinde anzunehmen/ sei nicht nothwendig.(S. toto.)
Gruithuisen spricht sich durchaus gegen ein Centralfeuer/ und dievulkanistische Theorie der Erhebung der Gebirgsketten aus. EineAnfangs glühende Erde hätte kein Meer haben können/ in wel-chem die Mineralsubstanzen aufgelöst gewesen wären/ denn derWasserdampf dehne sich in den Himmelsraum ohne Ende auS/ ver-liere sich in diesem / nnd es bleibe bei der Erde nur so viel dampf-förmiges Wasser/ als sie bei einer bestimmten Temperatur/ sei-nem Gewichte gemäß/ bei-sich zu behalten vermag. Auch fragter/ ob eine so geringe Abplattung einer glühende»/ fließenden undnachher erkaltenden Erde/ und die Hochländer und tiefen MeereS-becken möglich gewesen wären, und wie sich mit der ungeheuernGluth die große Dichtigkeit des Erdkerns vertrage? (Anal. Hft. 4.S. 2l ff.) Hebungen ganzer GebirgSzüge bis auf 12/000^ undmehr vertrügen sich nicht mit der Physik nnd Chemie/ obwohl der-gleichen in niedrigen Gegenden nicht zu läugnen wären. (Neue