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468 Allgemeine Naturgeschichte. IV. Buch.

welcher sich der Erde sehr näherte/ und gewaltige Wassersirömeauf sie schüttete; (nach de Luc) Einsinken eines großen Festlan-des (wie dieses die Alten von ihrer Atlantis behaupteten) undErhebung eines andern (z. B. Amerikas); (nach Schubert) Ent-bindung eines Theiles des Wassers/ welches mit dem Eisen/ ausdem der Erdkern bestände/ zu Oxydhydrat verbunden wäre; (nachParrot) Hcrvortrelbung der in den Höhlen des Erdkörpers ent-haltenen großen Wassermasscn durch Gase oder gesteigerte Wärmere.— Pictet und der jüngere de Luc glauben aus der geringen Aus-dehnung des Alluviums in Seen und im Meere beweisen zu kön-nen/ daß die jetzigen Flüsse ihren Lauf vor nicht mehr als äoooJahren begonnen haben.

Ab- oder Zunahme des Meeres. Cuvicr sowohl (i. a.W. Bd. 1. S- sä. Bd. 2. S. tu) als v. Hoff (in s. oft angef.klaß. W. Bd. t. S. ä?ä/ Bd. s. S. sta) erklären nach sorgfäl-tiger Prüfung aller Thatsachen / daß das Meeresnivcau beständigsei / und daß sich weder eine allgemeine Abnahme/ noch ein allge-meines Steigen des M. seit der geschichlichcn Zeit erweisen lasse.Die Schriftsteller/ welche das Eine oder Andere behaupten/ wider-sprechen sich auch sehr im anzunehmenden Maßstabe: so daß Mail-let ein Fallen des M. in tooo Jahren um O/z franz. Elle/ Cel-sius um 22/2 schweb. Ellen/ Manfredi ein Steigen des Spiegelsin der gleichen Zeit um ^4 Ellen/ Hartsoeker um 5 Ellen annimmt,v. Hoff glaubt übrigens'/ daß durch die Einschwemmungen unddas organische Leben/ namentlich durch die Rinden-/ Knochen-/Schal- und Korallenthiere ein Vorrücken der Küsten und eine Erhö-hung des Meeresbodens nothwendig erfolgen müsse/ und wundertsich darüber/ daß trotz dieser richtigen Theorie die Erfahrungdoch kein Steigen des Meeresniveau's nachweise. Wir möchtenaber fragen/ ob auf Erhöhungen durch solche Prozesse bei derEntscheidung der Frage im Allgemeinen ein großes Gewicht zulegen sei? Was besonders das organische Leben betrifft/ so wer-den ja alle Stoffe für die Korallenbänke und MolluSkenschalenaus dem Meere selbst genommen. Offenbar stndet nur ein steterFormenwechsel statt/ wobei der im Meerwasser chemisch oder mecha-nisch enthaltene kohlensaure und phoSphorsaure Kalk hier in festeBildungen übergeht/ an andern Stellen in diesen wieder zer-brochen/ zu Staub zerrieben und aufgelöst wird/ um nach,demamorphen Zustand abermal zu konkreten Gestalten verwendet zuwerden. Wie sollte hiedurch ein Steigen erfolgen? Etwas An-deres ist es freilich mit den festen Bestandtheilen/ welche dem M.durch die Flüsse zugeführt werden. Als wenigstens theilweiseKompensation hiefür sind aber die Dünen zu betrachten / welchedas Meer an so vielen Punkten auf dem Lande auswirft/