2 Allgemeine Naturgeschichte. V. Buch.
nur noch schwache Nachklänge vorhanden sind, und die aufgehörthat, nachdem die vollständige Trennung des Flüssigen und Festenerfolgt, nachdem die Hauptmassen gebildet waren, und die Ober-fläche des Planeten, aus Erd- und Kalimetallen bestehend, durchdie Einwirkung der Sonne in die Atmosphäre (das vermittelndeOrgan zwischen Sonne und Erde), ihren metallischen Charakterverlor und mit der fortschreitenden Verwitterung zum Daseinorganischer Wesen geeignet wurde. — Die Mineralwelt ist eineZeugin der mächtigsten eingreifendsten Vorgänge, eine Zeuginder frühern, eigentlich planetarischen Periode des Erdelebens.Jetzt stellt sie das Ruhende, das Substantielle des Planeten vor,im Gegensatz zu Lust und Wasser. In ihr hat die Attraktions-kraft der Erdseele über die (iberischen Einwirkungen, deren ZugMeer und Atmosphäre gehorchen, den Sieg errungen. — DieMasse der Erdfeste überwiegt weit jene ihrer beweglichen Hüllen.Den Kampf, welcher der Differenzirung der ursprünglich gleich-artigen Erdmasse in die drei Hauptformen der Aggregation, derfesten, flüssigen und gasigen, also der Scheidung von Erde,Wasser und Lust vorausging, begleitete das Spiel. chemischerGegensätze der Substanzen. Es begann ein allgemeines Suchenund Fliehen in der gährenden Masse, ein Anziehen und Ab-stoßen, Mischen und Entmischen, wechselnde Verbindung, Auf-lösung und Sättigung, bis endlich in diesem in der Materieerscheinenden Gedankenchaos sich das Verträgliche gefunden,alle Gegensätze erfaßt, durchdrungen, beschränkt hatten und alsihr Resultat und Ausdruck alle Stoffkombinationen und Mineral-formen entstanden waren. Dann wendete sich das nun weiterschreitende Leben der Erde nach ihrer Oberfläche, neue Gegner,neue Kämpfe, neue Ausgleichung suchend und fand diese imWechselspiel mit der Sonnenkrast und im Darstellen der sekun-dären Organisation. So steht die Mineralwelt in dem von ihrgebildeten erstarrten, schweigenden Erdinnern, als Denkmal einerungeheuern Vergangenheit da.
Nimmt man an, daß eine homogene Urmaterie bestand, sowürden, die Mineralien deren verschiedene Zustände und Rich-tungen und die verschiedenen Kombinationen dieser darstellen.Der allgemeinste Charakter der Stoffwelt ist, wie schon Bd. I-