Bedeutung und Wesen der Natur rc. 3 t
eines Organismus, oder auch bald die, bald jene fremde aufihn einwirkende Kraft, ein Uebergewicht über ihr normalesVerhältniß gewinnt, andere Male wieder unter ihr gewöhn-liches Niveau herabsinkt. Dadurch unterscheidet sich daSLeben eines Organismus von dem Gang eines Mecha-niSmuS, z. B. einer Uhr. Jene Schwankungen gleichensich, wenn sie nicht zu groß sind, durch die lebendige Gegen-Wirkung anderer Kräfte sietS wieder aus, während eine ineinem Mechanismus eintretende Störung nie von selbst sichheben kann. Gewisse Schwankungen im Leben der Weltkörpererscheinen als Perturbationen ihrer Bewegungen, welchebekanntlich in regelmäßigen oder unregelmäßigen Zeiten sichimmer wieder ausgleichen. —S- 118, Z. L: Will man zu denKriterien eines Organismus auch das rechnen, daß bei ihm inKanälen nach bestimmten Richtungen und Zeiten Flüssigkeitenkreisen, so trifft auch dieses wenigstens bei unserer Erde zu,auf welcher zwischen Meer, Athmosphäre und Land ein bestän-diger Kreislauf tropfbarer und dampfförmiger Flüssigkeitenstattfindet. Als Anmerkung füge hier bei: *) Man sträubt sichauch deshalb die Erde für einen Organismus anzusehen, weil mannach neuern Begriffen die zelltge Struktur von einem solchen fürunzertrennlich hält. Eine Pflanze, ein Thier bestehen aus lauterBläschen, welches kleine, bis auf einen gewissen Grad selbstgändig«Ganze sind; sie sind aufgeschlossen für das Leben, nehmen auf, lassendurchgehen, geben zurück Mag nun aber die Erde auch Blasen-räume in sich haben, so sind sie—kann man sagen —doch höchst wahr-scheinlich ganz unregelmäßig; finden auch chemische Prozesse in ihnenstatt, so scheinen diese doch mehr nur in der Wirkung der gasför-migen und tropfbar flüssigen Substanzen aufeinander und auf diefesten Wände, als in einer selbstständigen Thätigkeit dieser letzter»(wie bei den Zellen der organischen Wesen) zu beruhen. In derErde ist also das Flüssige das Lebendige, das Feste gewissermaßendas Todte; in organischen Wesen ist Alles lebendig, auch das Fest«,(mit Ausnahme etwa der erstarrten Oberhautbildungen). Die Zellender organischcnWesen sind aber offenbar nicht den Elemcntartheilen derMineralien zu vergleichen, sondern eher noch den Blascnräuinen derErde. -Der Unterschied nun zwischen der Erde und den organischenWesen, der scheinbar große Abstand jener Blasenräumc und derorganischen Zellen dürfte sich aber heben, wenn es sich bestätigt, wasMirbel und Patzen neuerlichst erweisen wollen, daß nicht die Zellen-