Band 
IV. oder Supplementband.
Seite
231
JPEG-Download
 

Die Zelle», ihr Werden und Sein.

231

der Menschengeift, zur Erscheinung in der Sinnenwelt kommenkönne, müssen bestimmte Vermittlungen stattfinden, welche ebendurch die Organisation gegeben sind; die Gesetze dieser undder menschlich.geistigen Thätigkeit find von Anbeginn festgesetztund fallen unter dieselbe höhere Kategorie zusammen.In diese großen Verhältnisse aber hier näher einzutreten, istnicht der Ort, sondern soll meinem später erscheinenden Systemder Naturphilosophie vorbehalten bleiben. — *> Lass«, sich

auch die Sphären der Leiblichkeit und Seele in gewissem Betrachttrennen, so ist doch nie zu vergessen, daß sie einander allenthalbendurchdringen, daß so zu sagen, auch im Leibe Seelisches, in derSeele Leibliches vorhanden ist, daß auch die Materie der Schöpfunggeistig angeregt ist. Sicher wird daher das Wesen der Sache nichterschöpft, wenn Liebig z. B. das Athmen als einen bloßen Verbren-nung». und Ausscheidungsprozeß, die Atmosphäre als eine feindliche,das Leben des Organismus nur indirekt fördernde Potenz ansteht.Hören wir, wie sich Bischofs in s EntwicklungSgesch, der Säuge,tbiere und des Menschen, Lcipz. 1842, S. 54s hierüber äußert: „ESgiebt Thatsachen für die Ansicht, daß der Sauerstoff nicht bloß unddirekt zur Kohlensäure» und Wasscrbildung dienen kann, und daßder Athemprozeß, außer seiner Beziehung zur Wärmebildung, nichtbloß ein ExkretionSprozeß ist. Die schnell tödtlichen Folgen derUnterbrechung des Athemprozesses bloß auf die unterbrochene Wärme,bildung und Ausscheidung von Kohlenstoff und Wasserstoff beziehenzu wollen, würde eine Abhängigkeit der Funktion der Organe vonder Mischung des Blutes in dem Grade voraussehen, wie wederExperimente noch pathologische Erfahrungen solche beweisen Diesesist der Grund gewesen, warum die Physiologen bis seht den Athem.Prozeß noch mehr als einen BildungS- und ErregungSprozeß, dennals einen ExkretionSprozeß betrachtet haben."

Zellenlehre. Dorzügl- Schr. hierüber sind: Schleiden,die Phytogcnests in dessen Beitr. z. Botanik, Leipz. 1844 (auch inMüll- Arch. 1838); ferner mehrere and. Aufsätze in d. genanntenBeitr. Schwan», mikrosk. Untersuch, üb. d. Uebereinstimmungin d. Struktur u. d. Wachsthum d Th. u Pfl. Berl. 1838. Hcnle,allgemeine Anatomie. Lehre v. d. Mischlings - u. Formbestandth. d.Menschl. Äörp Lpzg 1841. VrunS Lchrb. d. allgem- Anat. d.Menschen. Braunschw. I84i. Mandl, Handb d. allgem. Anat- rc.Nebst ein. Einleit. üb. d. Gebr. des MikroSk. Deutsche, v. Vers.des. verm- AuSg. 2 Bde. Leipz. 1844. Nägeli, Zellenkerne, Zellen-bildung und ZellenwachSlhum bei den Pflanzen in bess. Zeitschriftf. wiss-nsch. Botanik, t Heft, Zür. 1844. Außerdem sind manche