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IV. oder Supplementband.
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Farben, Zeichnung/ Farbenwechsel der Thiere. 31 §

viele Blutgefässe, sind empfindlich, rotbgefärbt, mit LebenSbewegun-gen begabt und nützen durch vitale Eigenschaften- Zu ihnen rechnetW. ») das Muskelgewebe, l>) Hautgewebe, c) Drüsengewebe-

Die Farben der Thiere sind hinsichtlich ihrer Entstehung, ih.rcs chemischen und mikroskopischen Verhältnisses, ihres Zusammen-hangs mit der physischen und psychischen Beschaffenheit überhauptnoch gar nicht bekannt, und ihre genauere Untersuchung ist dringendzu wünschen. Man darf sicher glauben, daß hier noch eine ganzeReihe interessanter und wichtiger Beziehungen zu entdecken ist,—Göthesieht die Farben organischer Körper als eine höhere chemische Ope-ration an (Farbenlehre 8 6i?) — „Sollte wohl die Kunst," sagtSpallanzani, „ die Art das Leder zu vergolden, von der Natur ent-lehnt haben ? " Wenigstens hat diese lange vor dem Menschen das-selbe Verfahren angewendet. „Die untere Seite der Fischschuppenist silberfarbig. Dieses Silber scheint durch die Schuppe und zeigtsich auf der ober» Seile derselben in einer schönen Goldfarbe. DieChrysaliden sind prächtig in Gold gekleidet. Sie haben dieß ihrerdurchsichtigen Haut, die wir als den Firniß betrachten können, undihrem weißen Leibe zu verdanken, der unter der Haut die Stelleder zarten Silberblättchen vertritt." Legt man ein Stückchen solcherabgeschabten Haut auf einen andern weißen Körper, so scheint dieserauch golden durch. Bonnet Betr- üb. d. Natur, v Titius, S- Auff.S- liv. — Die verschiedenen Farben und deren Gruppirungcn, dieZeichnungen, sind eben so gut der Beachtung werth als der Bauder massenhaften Theile; in ihnen spricht sich, nach meiner Mei-nung, die innerste Beschaffenheit der thierischen Wesen in einereigenthümliche» Hieroglyphik aus.

Was den Farbe »Wechsel bei Thieren betrifft, so haben wirdurch R. Wagner über den Grund des bei den Sepiarien statt-findenden Aufschluß erhalten. Die Dint/nsische haben große, isolirtePigmentzellen, sogen. Ch rom ato p h o ren, die sich erweitern undverengern können, welche Bewegung Wagner mit den Pulsatio-nen muskulöser Blasen, z. B. der Lymphherzrn der Amphibien ver-gleicht. Diese Chromatophoren sind den sternförmigen und verästel-ten Pigmentzellen in den Froschlarvcn in jeder Beziehung oftungcmein ähnlich; sie liegen unter einer gleich auf die Oberhautfolgenden Schicht von Cylinderepithelium, und werden durch eineFascrschicht an die darunter liegenden Muskeln geheftet. Sie bildeneine doppelte Lage; die obere enthält mit rostfarbenem, die unteremit gelbem Farbstoff gefüllte Chromatophoren. Eine runde, helleZelle in ihnen ist der oft noch einen Elcolvs enthaltend.

Die Contraktionen dieser Farbenzellen dauern an ausgeschnittenenHautstückchen oft noch zehn Minuten fort, und beruhen in den Zel-lenwänden selbst, nicht in Nerven oder Muskeln; es ist wunderbar,