34 Gradmessungen.
der südlichen Hemisphäre unternommene Arbeit dieserArt ist.
In Europa wurden inzwischen einige werthlose Ar-beiten dieser Art ausgeführt, in Italien durch Bosco-vich (1751 bis 1753) und Beccaria (1768), so wiein Oestreich durch Liesganig 1760, welcher, wie spä-ter Pasquich erwiesen hat, einen Irrtlium von etwa4000 Toisen beging; auch mafsen Mason und D ix on1764 bis 1768 in der Ebene von Pennsylvanien einenGrad, den 39sten (genauer 1° 28' 45"), mit der Mel’s-kette, wobei Irrtlnimer unvermeidlich waren. Eine, gro-fses Vertrauen verdienende Gradmessung von ansehnli-cher Ausdehnung ward 1783 in England durch den Ge-neral Roy begonnen, und nachdem mehrere daran ge-arbeitet hatten, 1803 von Mud ge beendigt; sie begrifffast 3° (2° 50' 24") von der Insel Wight bis Clifton(bei Doncaster), und nach ihren stets für sehr zuver-lässig anerkannten Bestimmungen beträgt der Grad injenen Breiten (52°) =57069 Toisen. Merkwürdig isthierbei zugleich, dafs durch eine sonderbare Anomalieder nördlichste dieser drei gemessenen Grade beständigetwas kürzer gefunden wurde als der südliche.
In dieselbe Zeit fallen ferner noch einige andereGradmessungen®welche besondere Erwähnung verdienen.Das Zutrauen in die Messungen von Maupertuis warnämlich durch Aufdeckung zahlreicher Fehler gänzlichgesunken, und die schwedische Akademie hielt es des-halb für nothwendig, dieselbe einer neuen Prüfung zuunterwerfen. Sie schickte daher im Jahre 1801 eine Ex-pedition nach Lappland, an deren Spitze die geschicktenGeometer Svanberg und Ofverbom standen. Dieseerfüllte ihren Auftrag mit musterhafter Gewissenhaftigkeit,und indem sie etwas mehr als einen Grad nordwärtsTorneä mafsen, fanden sie die Länge desselben 57196Toisen, also in der That sehr bedeutend geringer (um241 Toisen) als die Messung von Maupertuis, unge-