Buch 
Physikalische Geographie : Vorlesungen gehalten an der Universität zu Berlin in den Jahren 1834 und 1835 / von Friedrich Hoffmann
Entstehung
Seite
202
JPEG-Download
 

202

Cordillcras de los Andes.

Fufs über dem Meere. Auf seiner Westseite wird die-ses Thalbecken durch eine Gebirgskette vom Meere ge-schieden, deren meist vulkanische Gipfel sich zu nahe an19000 F. erheben, an der Ostseite aber tritt eine Ketteauf gegen 18000 F. li. hoch im Mittel des Kammes, wel-che nach H. Pentland’s Messungen die höchsten Ge-birgsgipfel der neuen Welt enthält, die den Chimborazonoch beträchtlich an Höhe übertreffen. Die beiden an-sehnlichsten Gipfel sind: der Ilimani östlich nahe derbolivischen Stadt La Paz, 22710 F. hoch; die Nevadadi Sorata nördl. in 15° 30' Br., 23646 F. hoch.

Aufser diesem merkwürdigen Hochlhale verdient dasThal von Quito Erwähnung. Es ist nächst ihm das be-deutendste, liegt in 9000 F. mittlerer Erhebung üb. d.

M. , und wird von gigantischen Bergen, in W. vom Chim-borazo, Yliniza, Picliincha, in O. vom Cotopaxi, Antisana,Cayamba begränzt. Es bildet eine in sich abgeschlos-sene Provinz von etwa 55 Meilen Länge und 3 bis 4Meilen mittl. Br., nordwärts unter 1° nördl. Br. an demGebirgsknoten von Los Pastös endigend, welchenman so lange für für das höchste Gebirgsland der Welthielt.

Mit diesem Gebirgsknoten nimmt die Andes - Ketteeine andere Natur an; es entsteht dort ein Vernältnifs,welches bis in die neuesten Zeiten den Geographen undKartenzeichnern ganz unbekannt geblieben war. Estheilt sich nämlich der Gebirgsknoten auffallend gabel-förmig in drei Anne, und zwischen diesen nehmen dieQuellen zweier ansehnlichen Ströme ihren Ursprung undihren fernem Lauf, der Rio de la Magdalena näm-lich und der Rio Cauca, welche beide von S. nach

N. fliefsend in den Meerbusen von Mexico einmünden.

Die östliche Kette, gewöhnlich Ostkette von Neu-Granada genannt, erhebt sich, in nordöstl. Fortsetzungihren alten Lauf ändernd, in der Sierra Nevada deMerida über die Schnceregiou; an ihrem nordwcstli-