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Physikalische Geographie : Vorlesungen gehalten an der Universität zu Berlin in den Jahren 1834 und 1835 / von Friedrich Hoffmann
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242 Schneegrenze, von der Gestalt der Berge,

sehen Hochlandes. Einer gleichen Ursache mag es zu-zuschreiben seyn, da Cs der Aetna mit 10200 F. Höhe nochkeinen ewigen Schnee trägt.

Einen untergeordneten Einflufs, welcher von derForm der Berge herrührt, und für die Höhe der Schnee-liuie hin und wieder von Bedeutung werden kann, übtdie Schroffheit der Abhänge aus; denn wenn auch beisteil aufsteigenden Bergen, unter sonst gleichen Umstän-den, die Erkaltung der Atmosphäre in höheren Schichtenviel schneller und bedeutender ist, als bei sanft anstei-genden Abhängen, so bleibt doch bei sehr ansehnlicherNeigung des Bodens der Schnee nicht mehr liegen, undsteil aufsteigende Berggipfel bleiben deshalb oft von ihmbefreit, wenn auch die Temperatur in ihnen das Eintre-ten des ewigen Schnees erzeugen müfste. Eben so grofsist auch ferner der Einflufs der Bewachsung oder derNacktheit des Bodens auf den Eintritt der Schneegrenze;auf nacktem Boden wird sie sich höher zurückziehen, daderselbe viel stärker erwärmt wird als der durch Pflan-zen aufgelockerte, minder dichte, welcher überdiefs nochdurch Strahlung bedeutend leichter die erlangte Wärmewieder verliert. Auch selbst die Farbe des Bodens istvon sehr sichtbarer Wirkung, da auf schwarz gefärbtenFlächen der Schnee schneller wegschmilzt als auf hell-farbigen. Diefs zeigt sich u. A. nach Kasthofer *) inden Alpen, wo die schwarze Farbe des TbonschieferSim Gegensätze zur weifsen des Kalksteines einen sehrauffallenden Kontrast in der stellenweise vorkommendenHöhe der Schneegrenze hervorruft. Alex, von Hum-boldt sah den schwarzgefärbten Aschenkegel des Pi'chinclia eine sehr ähnliche Wirkung Vorbringen. — Ei'nen andern Einflufs übt in diesem Falle die durch vul-kanische Thätigkeit erzeugte Wärme nahe den Gipfelnder Vulkane. So erzählt namentlich Alex, von Hum-

) Alpenreise, p. 289.