82 Allgemeine Einleitung.
den Punkte, wo sie die Oberfläche der Erde erreicht, die Poleder Erde. Von diesen beiden Polen heißt der eine der nörd-liche oder Nord-Pol (xolus rrrctious, zu Deutsch der Bä-renpol, weil die bis zum Himmel verlängert gedachte Erdaxedas Gestirn des kleinen Bären trifft); der andre der südlicheoder Süd-Pol (polus mitm-ctimm, d. h. der dem Bärenpolentgegengesetzte). Verlängert man jene Linie in Gedanken in'sUnendliche, so wird sie zwei einander entgegengesetzte Punkteam Himmel treffen, welche man die Himmels pole nennt-An unserm nördlichen Himmel befindet sich ganz in der Nähedes Pols ein Fixstern, den man deßhalb den Polarstern nennt,und der, weil er vermöge seiner Lage nahe am Pol täglich nureinen sehr kleinen Kreis am Himmel zu beschreiben scheint, auchfür die nördliche Hälfte der Erde stets sichtbar bleibt, deß-halb für alle astronomischen Berechnungen und besonders für denSeefahrer von großer Wichtigkeit ist. — In gleicher Entfer-nung von beiden Polen hat man einen Kreis um die Erde ge-zogen, welchen man den Aequator (d. h. den Gleichmachet,daher auch Gleicher genannt) oder die Aequinoctial-Li-nie nennt, weil er die Erde in zwei gleiche Hälften, He-misphären (d. h. Halbkugeln), eine nördliche und eine süd-liche, theilt. Im gemeinen Leben, besonders in der Schifffahrt,nennt man auch wohl den Aequator schlechthin die Linie. Die-ser Kreis wird, so wie überhaupt, jeder Kreis, in 360 gleicheTheile oder Grade (") getheilt; vin halber Kreis enthält also180«, ein viertel Kreis oder Quadrant 90". Verlängertman die Ebene des Erdäquators bis an das Himmelsgewölbe,so erhält man hier ebenfalls einen größten Kreis, den Him-melsäquator, welcher gleich weit ab von den beiden Polendes Himmels steht. — Wegen der Abplattung ist also dcffDurchmesser des Erdäquators länger, als, die Are der Erde, dievon einem Pol zum andern geht (vergl. S. 28 und 29).
Etwas mehr Schwierigkeiten bietet die jährliche Bewe-gung der Erde dar. Wir wollen zuerst aus den Erscheinungendarthun, daß die Erde sich wirklich um die Sonne bewcgt-Wenn wir, die Sonne oder den Mond zur Zeit ihres Untet-ganges einige Tage lang beobachten, so finden wir, daß sie/außer der täglichen Bewegung um die Erde, ihre Stellung gs-gen.die Fixsterne verändern, so daß sie jeden Tag ganz regel-mäßig etwas von Westen nach Osten fortzurücken scheinen. Nffv'Verlauf einer gewissen Zeit haben sie ihren Weg in jener Rich-tung rings um den Himmel zurückgelegt und sind wieder zu densel-ben Fixsternen zurückgekehrt. Diese Bewegung der Sonne uiffeiniger andern Himmelskörper ist jedoch nur eine scheinbare ^wir werden genau dieselben Veränderungen wahrnehmen, wc>Pwir uns die Sonne still stehend denken und die Erde um lK'