34 Allgemeine Einleitung.
einem Standpunkte im Raume, der selbst seinen Ort verändert,und dies giebt zu jenen Täuschungen der Regellosigkeit Veranlas-sung. Endlich lehrt aber auch die Astronomie, daß die Fix-sterne eine scheinbare Ortsveränderung zeigen, welche nur ausder Bewegung der Erde um die Sonne und aus der Geschwin-digkeit des von den Sternen kommenden Lichts erklärlich ist.
Die Erde bewegt sich um die Sonne in 865 Tagen 5 Stun-den 48 ^ (Minuten) 47" (Secunden*), und diese Zeit, inwelcher die Erde wieder zu demselben Punkte ihrer Bahnkommt, nennen wir ein Jahr. Weil wir aber im gemeinenLeben nur nach ganzen Tagen rechnen können, so fällt dasbürgerliche Jahr nicht ganz mit dem astronomischen oder Son-nenjahre zusammen. Das bürgerliche Gemeinjahr hat nur 365Tage; aus den übrig bleibenden Stunden u. s. w. wird alle4 Jahre ein Tag, den man einschiebcn oder einschalten muß;deßhalb heißt ein solches Jahr von 366 Tagen ein Schalt-jahr **). Weil aber auch dies noch nicht genau mit der Wahr-heit zusammentrifft, da so in 128 Jahren ein Tag zu viel einge-schaltet würde; so darf man nur jedes vierte Jahrhundert zueinem Schaltjahr machen, d. h. angenommen das Jahr 1600wäre ein Schaltjahr gewesen, so würde erst wieder das Jahr2000 ein Schaltjahr sein, nicht aber die Jahre 1700, 1800und 1900. Lange Zeit bediente man sich in Europa eines Ka-lenders, welcher auf Befehl des römischen Kaisers Julius Cä-sar, kurz vor Christi Geburt, angefertigt worden war, unddeßhalb der julianische genannt wird, in welchem das Jahrzu 365 Tagen 6 St. berechnet, also länger war, als das wahreJahr. Weil nun hieraus mit der Zeit große Verwirrungenentstanden, so ließ Papst Gregor der' 13te im Jahre 1582 durchAloiskus Lilius den jetzt gebräuchlichen Kalender, den gre-gorianischen, einrichten, dessen sich seit 1753 alle christlichenVölker, mit Ausnahme der Russen und Griechen, welche denalten juliauischen beibehalten haben, bedienen. Dieser letztere,welchen man auch den alten Styl nennt, weicht jetzt schon u>n12 Tage von unserm Kalender oder vom neuen Styl ab, so daßder 1. Januar der Russen auf unsern 13. Januar fällt, weßhalbauch z.B. für diesen Tag die Bezeichnung ^ Januar eingeführt ist-
Zeitrechnung: Monate, Wochen.
Unsere Zeiteintheilung entnehmen wir also von der Bewe-gung der Himmelskörper im Raume. Geschieht diese gleichmäßig.
*) Eme Stunde rst gleich L» Minute», 1 Minute gleich 60 Secunden-
*») ,Vnnns bwsextUm, weil nämlich Julius Eä'sar nach dem 6tenValencias Llactias einen Lag, einen zweiten sechsten, einschalte»ließ; es ist unser 24ster Februar.