40 Allgemeine Einleitung.
ten. — Hieraus folgt ferner, daß in den Gegenden um denAequator der Unterschied der Tag - und Nachklänge nur unbe-deutend ist, aber immer mehr zunimmt, je -mehr man sich denPolen nähert. An den Polen selbst, wenn sie bewohnbar wären,würden die Menschen die Sonne 6 Monate lang gar nicht und6 Monate lang beständig am Himmel sehen; sie würde ihnen in die-sem Zeitraume weder auf- noch untergehen, sondern nur niedrigeroder höher am Rande des Gesichtskreises herumgehen;, sie hättenalso ohne Unterbrechung 6 Monate Tag und 6 Monate Nacht.Auch sieht man etwas Aehnliches in den noch bewohnten Län-dern in der Nähe des Nordpols. Einige Monate tvenigstens bleibtdie Sonne ununterbrochen hier wirklich am Himmel; darauffolgt eine Abenddämmerung von mehreren Wochen, hierauf meh-rere Monate Nacht, und nun wiederum einige Wochen derMorgendämmerung. Das Leuchten der Gestirne und des Mon-des, der dann liegende Schnee und noch einige andre Umständemildern jedoch das unangenehme Dunkel dieser langen Nacht. —Die 4 Zeiträume zwischen den 4 angegebenen Stellungen der Erde,den beiden Svlstitien und Aquinoctien, nennen wir die astro-nomischen Jahreszeiten: der Frühling währt auf unsrerHemisphäre^ vom 21. März bis zum 21. Juni, auf der süd-lichen dagegen ist dann wegen der abnehmenden TageslängeHerbst; unser Sommer (vom 21. Juni bis zum 23. Sep-tember) ist auf der südlichen Halbkugel die Winterszeit u. s. w.,so daß also die Jahreszeiten der nördlichen und südlichen Halb-kugel stets grade entgegengesetzt sind. Aber es darf nicht über-sehen werden, daß die Monate auf der ganzen Erde stets die-selben sind, daß also z. B. der Sommer auf der südlichen He-misphäre mit dem 21. December beginnt, während dann beiuns Wintersanfang ist.
Kehren wir nunmehr zur Betrachtung des Globus zurück,so wird uns die Bedeutung der verschiedenen darauf gezeichne-ten Kreise leicht verständlich werden. Den Aequator kennen wirschon, auch zum Theil die Ekliptik, jenen den Aequator schiefdurchschneidenden Kreis, welcher entsteht, wenn wir uns vor-stellen, daß die Ebene der Ekliptik die Erdkugel durchschneidet.Auf der Ekliptik pflegt man wohl 12 verschiedene Zeichen an-zubringen, welche wir jetzt zu erklären haben. Diese 12 Zei-chen, welche 12 Sternbilder bedeuten, heißen zusammen derThierkreis oder Zodiakus, weil die Meisten von ihnen Thieredarstellen. Der Thierkreis ist ein Gürtel am Himmel und bezeich-net die scheinbare Bahn der Sonne im Laufe eines Jahres mittelstjener Sternbilder. Er ist nach der Zahl der Monate in 12 Theilegetheilt; jeder Theil enthält ein Sternbild und umfaßt 30 Grad-Wenn man nun sagt: die Sonne befindet sich in einem dieserZeichen, so heißt das, dieses Sternbild ist alsdann nicht ficht-