IV. Die Niederlande. -I) Holland. 825
Unabhängigkeit, vor Allem aber die Blüthe seiner indischen Ca-lvinen seit zehn Jahren, haben Handel und Fabriken wieder ge-hoben. Holland besitzt gegenwärtig 1200 Handelsschiffe zurSee, 12 Linienschiffe und 170 kleinere Kriegsfahrzeuge und einDutzend Dampfböte. Unter den Gegenständen des Handels mitCvlonialproducten sind Zucker, Kaffee, Reiss Gewürze undZinn die wichtigsten.
Einwohner. Sprache.
Die Einwohner dieses Reichs bestehen jetzt aus einem Ge-misch sehr verschiedener Völkerschaften; die ursprünglichen Be-wohner waren alle deutscher Abkunft und theilten sich in zweiStämme, die Friesen und die Bataver. Zu diesen sind aberin einer Reihe von Jahrhunderten Ansiedler aus allen übrigenLändern von Europa gekommen, vorzüglich aus Frankreich, vonwo die Religionsverfolgungen unter Ludwig XIV. zahlreicheAuswandrer nach Holland trieben, welche hier Schutz und Auf-nahme fanden. Im Luxemburgischen ist Deutsch die Sprachedes östlichen Theils des Landes; Französisch die der Städte undder westlichen Gegenden. Das Holländische, die allgemeineSprache aller nördlichen Provinzen, .ist dem Plattdeutschen soNahe verwandt, daß es beinahe nur als ein mit vielen franzö-sischen oder lateinischen Ausdrücken vermischter Dialekt desselbenanzusehen ist. Am Reinsten wird es in der Provinz Hollandgesprochen; doch istvauch hier den Vornehmeren die französischeSprache sehr geläufig. In Brabant wird viel Flämisch (s. Bel-gien , S. 647) gesprochen.
Religion.
Die Landesreligivn ist die protestantische, und zwar bis,<Mf die neueste Zeit wurde die refvrmirte als die herrschendeReligion Hollands betrachtet, so daß nur die Bekenner dieseräll höheren Staatsämtern gelangen konnten, doch mit vollkomme-ne Duldung und übrigens gleichen bürgerlichen Rechten allerAddern Parteien. Daher leben hier nicht bloß Protestanten je-°er Art, als Lutheraner, Mennoniten oder Wiedertäufer, Quä-"e, Herrnhuter u. s. w., sondern auch Katholiken (Vg der Be-^Nhner), Armenier und Griechen, und viele Juden (über 50000),solche man hier in deutsche und portugiesische zu theilen pflegt,N Frieden neben einander. Die Reformirten, wenig über diehalste aller Landesbewohner, theilen sich in Hinsicht auf das-"redliche m Kirchspiele; mehrere Kirchjpiele, die sich durch Ab-ordnete, Geistliche und Aelteste oder Vorsteher, vereinigen,"den eine Klasse; die Vereinigung der Abgeordneten aller Klas-