hat. Alles übrige beruht auf Muthmaßungen und er-fordert den Gebrauch von Hypothesen, der, wie gesagt,nicht an sich, sondern dessen Mißbrauch nur verwerflich ist,und, was hier nicht außer Acht zu lassen ist, für den Berg-bau schädlich werden kann. Physik und Chemie, oder dieNaturlehre überhaupt, zu welcher die Geognosie gehört, sindhäufig genöthigt, der Hypothesen sich zu bedienen, und siethun dieß nicht ohne Nutzen, da es in vielen Fällen nichtschwer ist, die Voraussetzungen durch Experimente zu prüfenund nach Umständen ihre Nichtigkeit oder Unhaltbarkeit dar-zuthun.
Diesen Vortheil, nämlich den Vortheil des Experiments,entbehrt die Geognosie, und dieß machen die Geognosten sichhäufig zu Nutzen. Es ist oft sehr schwer eine Annahme oderBehauptung, deren Ungrund man einsieht, und völlig davonüberzeugt ist, zuwiderlegen; und es ist eben so schwer,etwas anderes, was man mit subjektiver Gewißheit weiß,zu beweisen, weil man die Erfahrung, die dazu nöthig ist,nicht durch das Experiment herbeiführen kann. Der einzigeWeg, zur Wahrheit zu gelangen, ist also der Weg der Beob-achtung. Aber auch dieser ist auf dem Felde der Geognosienicht so.leicht und nicht mit so vieler Sicherheit zu betreten,als in andern Theilen der Naturlehre, denn keine Beobach-tungen sind schwieriger, keine erfordern mehr Zeit und An-strengung, aber gleichwohl werden keine mit mehr Leichtsinnangestellt, als geognostische.
Es ist eine sehr begreifliche Sache, daß, wenn manBeobachtungen über die Zusammensetzung der Mineralienanstellen will, dazu die genaue Kenntniß dieser Mineralienselbst unumgänglich nothwendig sey. Darauf beruht die Noth-wendigkeit gründlicher Kenntnisse der Mineralogie zum Be-hufe der Geognosie. Ich verstehe aber unter gründlichen