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5 (1843) Zweiter Theil, enthaltend Frankreich, das britische Reich und das Russische Reich. Schweden und Norwegen, Dänemark, Belgien, die Niederlande, Portugal, Spanien, die Schweiz, Italien, Neapel und Sicilien, Sardinien, Kirchenstaat, Toscana, Parma, Modena, Lucca, San Marino und Griechenland / von Dr. Heinrich Berghaus
Entstehung
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Frankreich.

Das Land.

1. Lage und Gränzen.

Frankreich ist das westlichste unter den Ländern, welche den konti-nentalen Stamm des eüropäischen Erdtheils ausmachen, denn es stößtgegen den Untergang an den Atlantischen Ocean, und hangt nur durchden Gebirgs-Isthmus der Piräneen mit dem südwestlichsten Lande-ropa's, mit der Iberischen Halbinsel zusammen. Auf der Nord- undSüdseite ebenfalls Mcerumflosscn, dort vvm Englischen Kanals demÄrmelsund, La Manche der Franzosen, hier vom Mittelländischen Meerebespült, hat Frankreich, außer der Piräneen-Gränze gegen das König-reich Spanien, nur auf der Nordost- und Ostseite eine Landgränze, dielängs Belgien und Deütschland, dann längs der Schweiz und Italien,

und zwar längs der Staaten des Königs von Sardinien ziehen. Vondeutschen Ländern berührt Frankreichs Gränze das Großherzogthum Lu-xemburg, die Preußische Nheinprovinz, die Baierische Pfalz und dasGroßherzogthum, Baden, das unter allen Staaten des Deutschen Bundesdie längste Gränze gegen Frankreich hat, die hier vvm Rheinstrom ge-bildet wird. Von der Schweizerischen Eidgenossenschaft gränzen mit Frank-reich die Kantone Basel, Solothurn, Bern, Neüchatel, Waadt und Genf.

Frankreich liegt zwischen den Parallelkreisen von Lat. 42'/,° und51° N., so wie' zwischen den Meridianen von fast 6° O. und ungefährW. von Paris.

2. Größe.

Der Flächeninhalt von Frankreich wird sehr verschieden angegeben;ja selbst in den nettesten, durch die Regierung veranlaßten und amtlichbeglaubigten Erhebungen zeigt sich noch eine kleine Verschiedenheit vonzwei deütschen Gevicrtmeilen, je nachdem man die ältere Provinzial-,Er die neuere Departemental-EintheiluNg zum Grunde legt. Bleibtman indessen bei den Angaben der zuletzt angeführten Eintheilung stehen,und betrachtet dieselben, da sie zum größten Theil aus genauen Ver-messungen hergeleitet sind ("/-« der Bodenfläche sind vermessen) als. genauesten, welche man gegenwärtig (1838) besitzt, so hat Frankreichein Areal von 9617, deütschen Quadratmeilen, oder 52,768,618 Hec2^?'. deren 5486, ,, auf eine deütsche Geviertmeile gehen. An dieser?N)l ist die Insel Korsika mit enthalten. Wird deren Bodenfläche mit

Verahaus, Bd. V. 1