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5 (1843) Zweiter Theil, enthaltend Frankreich, das britische Reich und das Russische Reich. Schweden und Norwegen, Dänemark, Belgien, die Niederlande, Portugal, Spanien, die Schweiz, Italien, Neapel und Sicilien, Sardinien, Kirchenstaat, Toscana, Parma, Modena, Lucca, San Marino und Griechenland / von Dr. Heinrich Berghaus
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19
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Frankreich.

1S

halb Bayonne, geht. Ersteres ist 9 , letzteres 8 d. Meilen lang. Diebeträchtlichsten unter den wenigen Längenthälern sind das Thal Massatoder Soulan, und das Bastan-Thal, in welchem die berühmten Badervon Barvges liegen. Die Mündung der Thäler, welche sich gegen dieEbene öffnet, ist bald breit, wie die Thäler Tech, Teta, Arrivge, Sallat,Lavedan, Ossau; bald ist die Mündung schmal, wie bei dem Thale derGaronne, der ^ Aura, Aspe, Baizorry u. s. w., diejenigen Thäler aber,die in andere Thaler münden, haben fast immer eine enge Öffnung. AlleThäler bestehen aus einer Reihe von Becken, die durch Engschlnchten miteinander verbunden sind. Zn den höhen Regionen des Gebirgs erhebensich diese Becken sehr steil übereinander, so daß das Thal, statt einen gleich-förmigen Abhang zu haben, Abstürze bildet, und etagenweise gegen denGebirgskamm emporsteigt. Die Flüsse, welche die Thäler dewaffern, stür-zen als Wasscrfälle von Becken zu Becken; oder sie toben in Kataraktenüber die geneigte Ebene des Engpasses, welcher die beiden Bassins schei-det. In einer großen Menge dieser Bassins findet man einen oder meh-rere Seen, und diejenigen Becken, welcher deren heut' zu Tage nicht mehrhaben, tragen deütliche Spuren, daß sie in der Vergangenheit Wasser-Ansammlungen dieser Art besaßen. Die Vereinigung eines Thals, odermehrerer Thäler, mit einem andern, findet fast immer in einem solchenBecken Statt, und die Große dieses Letzter« richtet sich nach der Zahloder Größe der Schluchten, die sich in dasselbe münden. Selten habendie Randgebirge der Thäler, von ihrem Fuße bis zu ihrem Scheitel, einengleichförmigen Abhang, dieser ist im Gegentheil von Plateaux und Steilwän-den unterbrochen, welche zuweilen mit denen der gegenüberstehenden Thal-wand kvrrespondiren. Die Nebcnthäler erheben sich zuweilen so hoch überihr Hauptthal, daß ihr Strom sich in dieses vermittelst einer Kaskadeergießt. Mehrere Thäler haben in ihrem Ursprung, statt einer steilenEngspalte, oder einer Reihe von Bassins, die sich etagenförmig gegen denKamm der Gebirgskette erheben, ein einziges großes Becken, das dieGestalt eines Amphitheaters oder Cirkus darbietet, der bei den Gebirgs-bewohnern Oule oder Houle heißt, was soviel als Topf bedeutet. Dasschönste dieser Amphitheater ist der Oule von Gavernie, am Anfang desThals von Barvges, das größte der Cirkus Tremouse, am Ursprung desHvas-Thals. Alle Erscheinungen, welche an den Piräneen-Thälern wahr-genommen werden, führen auf die glaubhafte Vermuthung, daß sie vonder Gewalt des Wassers gebildet worden, welche an den zerstörendenKräften der Atmosphäre Unterstützung fand. Auf der Nordseite des Ge-birgs giebt es 29 große oder Querthäler, welche alle am Kamm entstehen;die Zahl der Thäler am südlichen Abhänge beträgt 28. Die Flüsse dernördlichen Thäler ergießen sich theils in das Mittelländische Meer, theilsin den Gasconischen oder Biscaischen Busen; alle Gewässer, welche sicham Südabhange von den Piräneen herabstürzen, stießen durch den Ebroin das Mittelmeer ab. Die Thäler am nördlichen oder französischenAbhang, welche hier allein in Betracht kommen , sind, von O. nach W.gezählt, folgende: ...

1) Das Thal des Tech; es entsteht südwestlich an^der Bergkette