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VüropäischeS Staatensystem.
und der Handel, durch günstige Lage unterstützt, eines so außerordent-lichen Umfangs genießt, so sehr wird auch die geistige Kultur aufrechterhalten und gepflegt durch Unterrichts- zc. Anstalten. Dahin gehören:die UniversttätS-Akademie, das königl. College, die Bau-, hydrographischeund Navigations-, botanische, Zeichen- und Maler-, und die mcdicinisch-chirnrgische Schule, das Taubstummen-Jnstilut, die königl. Hebammen-,die Handels- und die Gewerbeschule, so wie zwei theologische Semina-rien; ferner bestehen hier an wissenschaftlichen und artistischen Gcsellsch.,Sammlungen und Anstalten: die königl. Akademie der Wissenschaften undKünste, die Gesellsch. zur Erweiterung des Handels, die philomatische,die königl. medicinische, die medicinisch-chirurgischc Gcsellsch., daS Athe-näum, die Linneische Gesellsch., die öffentl. Bibliothek, eine der größtenunter den Provinzial-Bibliotheken Frankreichs, die Biltergallerie, dasAntiquitäten-Kabinet, der botan. Garten, einer von den vier, welchedie Regierung zur Akklimatisation exotischer Gewächse unterhält, dasnaturhistorische Kabinet, die Sternwarte und die Baumschule des De-partements. — *Blaye, St. am rechten Ufer der Gironde (Name desFlusses nach der Vereinigung der Garonne und Dvrdogne), 3801 I.,lebhafter Getreide- und Weinhandel, Börse, Handelsgericht. Citadelle,tn welcher die Herzogin von Berry 1832 eingesperrt wurde, nachdem siein Folge einer, zu Gunsten ihres Sohnes, des Herzogs von Bordeaux,versuchten Jnsurgirung der westlichen Departements, in Nantes ergriffenworden war. — "Lesparre, St. auf der, von der Gironde und demMeere gebildeten Halbinsel, 1404 I. Weinbau, ökonomische Gcsellsch.
— ''Libourne, St. am Einfluß der JSle in die Dordogne, Handels-gericht, Börse, 9714 I., sehr gcwcrbfleißig, und Handel in Wein undSalz; College, Handwerköschulc, Athenäum, botan. Garten und kl. öf-fentl. Bibliothek. — *BazaS, St. mit einer schönen Kathedrale, 4446I. Manufakt., Fayence, GlaS- und WachSfabr., römische Alterthümer.
— "La Reole, St. am rechten Ufer der Garonne, 3931 I., die vielHandel treiben; Collsge, Ackerbaugesellsch. — Von den reichen Wein-gegenden der Gironde ist schon früher die Rede gewesen (Uk. Bd., S. 246,247); wir wollen daher nnr des Städtchens Medoc, am linken Uferder Gironde gedenken; weniger des Weinbaus, als des Fortes wegen,das in Verbindung mit der gegenüberliegenden Citadelle von Blaye, unddem, zwischen beiden Fortifikationen mitten im Strom gelegenen ThurmLe P.atv die Gironde beherrscht und völlig sperrt. La Testc-de-Buch,kl. Seestadt am Bassin oder Strandsee von Arcachon, 2300 I., versorgtBordeaux Jahr aus Jahr ein mit frischen Fischen, und treibt Tcrpentin-stederei. Paulliac, St. am linken Ufer der Gironde, mit einer Strom-rhede, wo die Schiffe, welche nach Bordeaux fahren, anzulegen pflegen.Cadillac, St. an der Garonne, mit dem schönen Schloß Epernon,230« I., Blech- und Stahlfabr. La Brede, Städtchen südlich vonBordeaux, ISO« I., mit einem alten Schloß, woselbst Montesquieu»689 geboren wurde. Bourg, kl. St. am rechten Ufer der Dordogne,unfern ihrer Vereinigung mit der Garonne, wichtige Steinbrüche, derenProdukte unter dem Namen der Bourg- und Roquesteine bekannt sind.